Keyword-Optionen in Google Ads: weitgehend passend, Wortgruppe und genau passend
Die Keyword-Option entscheidet, bei welchen Suchanfragen Ihre Anzeige erscheint – und damit oft über Erfolg oder Streuverlust. Wir erklären die drei Optionen, wann welche passt, wie Google bei Überschneidungen priorisiert und was AI Max daran ändert.
Inhaltsverzeichnis
- Die drei Keyword-Optionen im Überblick
- Weitgehend passend: Reichweite mit Bedingungen
- Passende Wortgruppe: der Mittelweg
- Genau passend: Kontrolle, aber nicht wörtlich
- Welche Option wann? Ein Entscheidungsweg
- Wenn mehrere Keywords passen: so priorisiert Google
- AI Max: was sich 2026 bei den Keyword-Optionen ändert
- Suchbegriffe kontrollieren und ausschließen
- Typische Fehler bei Keyword-Optionen
- Checkliste: Keyword-Optionen
- Häufige Fragen
- Google Ads kennt drei Keyword-Optionen: weitgehend passend (ohne Zeichen), passende Wortgruppe (in Anführungszeichen) und genau passend (in eckigen Klammern).
- Alle drei arbeiten nach Bedeutung, nicht nach Buchstaben: Auch „genau passend“ erfasst Suchanfragen mit gleicher Absicht.
- Weitgehend passend bringt die größte Reichweite und spielt seine Stärken laut Google mit Smart Bidding aus – setzt aber sauberes Conversion-Tracking voraus.
- Ein genau passendes Keyword, das der Suchanfrage entspricht, hat Vorrang vor Wortgruppe, weitgehend passend und Performance Max.
- Seit September 2026 stellt Google Suchkampagnen mit Weitgehend-passend-Einstellung auf Kampagnenebene oder automatisch erstellten Assets auf AI Max um. Dynamische Suchanzeigen folgen ab Februar 2027.
Ein Dachdecker bucht das Keyword „dachrinne reinigen“ und wundert sich im Suchbegriffbericht über Klicks auf „regenrinne selber reinigen anleitung“ oder „dachrinnenreiniger gerät kaufen“. Ursache ist fast immer die Keyword-Option. Sie legt fest, wie eng oder weit Google Ihr Keyword auslegt.
Wichtig vorab: Ein Keyword ist das, was Sie in Google Ads hinterlegen. Ein Suchbegriff ist das, was jemand tatsächlich bei Google eintippt. Die Keyword-Option ist die Regel, die beides verbindet. Wie Sie überhaupt passende Keywords finden, erklärt der Beitrag Keyword-Recherche; hier geht es darum, wie Sie sie einstellen.
Die drei Keyword-Optionen im Überblick
Google beschreibt die Optionen nicht mehr über Buchstabenfolgen, sondern über Bedeutung: Die Anzeige kann bei Suchen erscheinen, die dieselbe Bedeutung haben, eine engere Bedeutung oder eine verwandte. Die Schreibweise im Konto unterscheidet die Optionen.
| Option | Schreibweise | Erfasst | Beispiel für mögliche Suchbegriffe |
|---|---|---|---|
| Weitgehend passend | dachrinne reinigen | Suchanfragen mit Bezug zum Keyword, auch ohne dessen Wörter | „regenrinne sauber machen lassen“, „laub in der dachrinne“, „dachrinnenreinigung kosten“ |
| Passende Wortgruppe | "dachrinne reinigen" | Suchanfragen, die die Bedeutung des Keywords enthalten, oft mit Zusatzwörtern | „dachrinne reinigen lassen“, „firma für dachrinne reinigen in der nähe“ |
| Genau passend | [dachrinne reinigen] | Suchanfragen mit derselben Bedeutung oder Absicht | „dachrinne reinigen“, „dachrinnen reinigung“, „reinigung dachrinne“ |
Die Beispiele zeigen das Prinzip, nicht eine feste Regel: Welche Suchbegriffe Google im Einzelfall zuordnet, sehen Sie erst im Suchbegriffbericht. Grundsätzlich gilt laut Google: Genau passend gibt die meiste Kontrolle und erreicht die wenigsten Suchanfragen, weitgehend passend die größte Reichweite.
Weitgehend passend: Reichweite mit Bedingungen
Weitgehend passend ist in Google Ads die Standardoption. Google berücksichtigt dabei nicht nur das Keyword selbst, sondern auch weitere Signale, etwa die übrigen Keywords der Anzeigengruppe, den Inhalt der Landingpage und die bisherige Suchaktivität des Nutzers. Eine Anzeige für „dachrinne reinigen“ kann so bei „laub in der regenrinne entfernen“ erscheinen, obwohl keines der Wörter vorkommt.
Das kann sehr gut funktionieren, weil viele Menschen ihre Probleme beschreiben statt Fachbegriffe zu nutzen. Es kann aber auch teuer werden, weil Google Zusammenhänge herstellt, die für Ihren Betrieb nicht passen – zum Beispiel Anleitungen zum Selbermachen oder Produktkäufe.
Google empfiehlt weitgehend passende Keywords ausdrücklich in Kombination mit Smart Bidding, also automatischen Geboten auf Basis von Conversions. Mit manuellen Geboten oder ohne verlässliches Conversion-Tracking fehlt die Korrektur: Das System weiß nicht, welche der vielen Suchbegriffe zu Anfragen führen.
Passende Wortgruppe: der Mittelweg
Keywords in Anführungszeichen erreichen Suchanfragen, die die Bedeutung des Keywords enthalten – häufig mit zusätzlichen Wörtern davor oder danach. Die Reihenfolge der Wörter spielt eine Rolle, wenn sie die Bedeutung verändert. Das Keyword "heizung wartung" erfasst also „heizung wartung kosten“ oder „gasheizung wartung termin“, eher aber nicht „wartung für heizungsbauer software“.
Für viele Betriebe mit begrenztem Budget ist die Wortgruppe ein guter Ausgangspunkt: Sie fängt die vielen Varianten echter Suchanfragen ab, ohne so weit auszuschwärmen wie weitgehend passend.
Genau passend: Kontrolle, aber nicht wörtlich
Keywords in eckigen Klammern erreichen Suchanfragen mit derselben Bedeutung. Das schließt laut Google auch abweichende Schreibweisen, Plural- und Singularformen, umgestellte Wortfolgen und Umformulierungen mit gleicher Absicht ein. „[elektriker notdienst]“ kann also auch bei „notdienst elektriker“ oder „elektro notdienst“ ausgeliefert werden.
Genau passende Keywords eignen sich für Ihre wichtigsten, klar umrissenen Suchanfragen: Kernleistungen mit hoher Kaufabsicht, bei denen Sie Anzeigentext und Landingpage genau auf die Suche abstimmen wollen. Das wirkt sich auch auf die Anzeigenrelevanz und damit auf den Qualitätsfaktor aus.
Welche Option wann? Ein Entscheidungsweg
Es gibt keine Option, die immer richtig ist. In der Praxis hängt die Wahl von drei Fragen ab: Wie gut ist die Messung? Wie groß ist das Budget? Wie klar sind die Suchanfragen Ihrer Kunden?
- Messung prüfenWerden Anfragen und Anrufe zuverlässig als Conversion erfasst? Wenn nein: zuerst Tracking einrichten, bis dahin auf Wortgruppe und genau passend setzen.
- Kernsuchen genau passend anlegenDie Leistungen, mit denen Sie Geld verdienen, als genau passende Keywords in eigenen, thematisch engen Anzeigengruppen.
- Varianten über die Wortgruppe abdeckenDieselben Themen als passende Wortgruppe ergänzen, um Zusätze wie Ort, „Kosten“ oder „Termin“ mitzunehmen.
- Suchbegriffe auswertenIn den ersten Wochen wöchentlich den Suchbegriffbericht prüfen, gute Suchbegriffe als Keywords übernehmen und unpassende ausschließen.
- Weitgehend passend testenErst wenn genug Conversions vorliegen und Smart Bidding stabil arbeitet, weitgehend passend gezielt testen – idealerweise als Experiment mit klarem Vergleich.
Ein Steuerberater mit einem klar umrissenen Angebot kommt oft mit Wortgruppe und genau passend aus. Ein Onlineshop mit vielen Produkten und gutem Conversion-Volumen profitiert eher von weitgehend passend. Für ein Handwerksunternehmen mit Einzugsgebiet und überschaubarem Budget ist der schrittweise Weg meist sicherer.
Wir zeigen Ihnen, welche Optionen in Ihrem Konto Anfragen bringen und welche nur Klicks.
Wenn mehrere Keywords passen: so priorisiert Google
In vielen Konten passen mehrere Keywords auf dieselbe Suchanfrage – aus verschiedenen Anzeigengruppen, Kampagnen oder Optionen. Google entscheidet dann laut Hilfe in dieser Reihenfolge:
- Identisches genau passendes Keyword: Entspricht ein genau passendes Keyword einer Suchkampagne exakt der Suchanfrage, hat es Vorrang vor Wortgruppe, weitgehend passend und den Suchthemen von Performance Max.
- Wortgruppe und weitgehend passend – einschließlich AI-Max-Funktionen – haben die gleiche Priorität wie identische Suchthemen in Performance Max.
- Relevanz: Kommen mehrere Anzeigengruppen infrage, berücksichtigt Google nur die relevantesten.
- Anzeigenrang: Bleibt es danach gleich, gewinnt die Anzeige mit dem höheren Anzeigenrang.
Für Konten mit Such- und Performance-Max-Kampagnen ist das wichtig: Wer seine wichtigsten Suchanfragen als genau passende Keywords in der Suchkampagne hat, behält dort die Kontrolle über Anzeigentext und Landingpage.
AI Max: was sich 2026 bei den Keyword-Optionen ändert
Mit AI Max für Suchkampagnen hat Google eine Erweiterung eingeführt, die über klassische Keywords hinausgeht. Sie bündelt drei Funktionen:
- Suchbegriffsabgleich: Erweitert die Reichweite mit weitgehend passender Logik sowie auf Basis Ihrer Anzeigen-Assets und Landingpages – auch für Suchanfragen, zu denen Sie kein Keyword hinterlegt haben.
- Textanpassung: Erstellt Anzeigentexte passend zur Suche, früher „automatisch erstellte Assets“.
- Erweiterung der finalen URL: Schickt Nutzer auf die Seite Ihrer Website, die Google für passender hält.
Google hat angekündigt, Suchkampagnen mit automatisch erstellten Assets oder der Weitgehend-passend-Einstellung auf Kampagnenebene ab September 2026 automatisch auf AI Max umzustellen. Dynamische Suchanzeigen sollen ab Februar 2027 folgen. Prüfen Sie deshalb, welche Ihrer Kampagnen betroffen sind und welche Funktionen nach der Umstellung aktiv sind.
Auch mit AI Max behalten Sie Hebel: Den Suchbegriffsabgleich können Sie je Anzeigengruppe abschalten, Marken ein- oder ausschließen, Standorte von Interesse je Anzeigengruppe festlegen und URLs von der Erweiterung ausschließen. Laut Google werden weitgehend passende Keywords in AI Max bei der Priorisierung nicht mehr wie genau passende behandelt – wer diese Wirkung behalten will, legt zusätzlich genau passende Keywords an.
Suchbegriffe kontrollieren und ausschließen
Je weiter die Option, desto wichtiger ist die Kontrolle. Der Suchbegriffbericht unter Kampagnen › Statistiken und Berichte › Suchbegriffe zeigt, bei welchen Suchanfragen Ihre Anzeigen erschienen sind. Begriffe mit sehr wenigen Suchen blendet Google aus Datenschutzgründen aus.
Unpassende Suchbegriffe schließen Sie über ausschließende Keywords aus. Dabei gelten eigene Regeln – ausschließende Keywords erfassen zum Beispiel keine ähnlichen Varianten. Wie das funktioniert und wie Sie eine Ausschlussliste aufbauen, erklärt der Beitrag Ausschließende Keywords.
Typische Fehler bei Keyword-Optionen
Bei Konto-Prüfungen begegnen uns immer wieder dieselben Muster:
- Alles weitgehend passend, manuelle Gebote: Die Standardoption bleibt beim Anlegen einfach stehen. Ohne Smart Bidding und Conversion-Daten fehlt die Korrektur, und das Budget fließt in lose verwandte Suchanfragen.
- Kurze, mehrdeutige Keywords: „Dach“, „Heizung“ oder „Fenster“ sagen nichts über die Absicht. Selbst in der Wortgruppe ziehen sie Jobsuchende, Heimwerker und Produktkäufer an. Besser sind Keywords mit Tätigkeit oder Anlass, etwa „dach reparieren lassen“.
- Zu breite Anzeigengruppen: Wenn Badsanierung, Heizung und Notdienst in einer Anzeigengruppe stehen, kann Google die Signale für weitgehend passende Keywords kaum sinnvoll deuten – und die Anzeige passt selten genau zur Suche.
- Kein Blick in die Suchbegriffe: Wer nur auf Keywords schaut, sieht nicht, wofür er tatsächlich bezahlt. Gerade nach einem Wechsel der Option oder der Umstellung auf AI Max gehört der Suchbegriffbericht in die wöchentliche Routine.
- Keywords statt Absicht denken: Wer jede Schreibweise einzeln anlegt, arbeitet gegen das System. Eine saubere Struktur nach Leistungen und Absichten bringt mehr als lange Listen nahezu gleicher Begriffe. Fragen Sie bei jedem Keyword: Was will jemand erreichen, der so sucht?
Checkliste: Keyword-Optionen
- Conversion-Tracking ist eingerichtet, bevor weitgehend passend eingesetzt wird.
- Die wichtigsten Leistungen sind als genau passende Keywords angelegt.
- Anzeigengruppen sind thematisch eng, Anzeigentexte passen zu den Keywords.
- Wortgruppe deckt Varianten mit Zusätzen wie Ort oder Kosten ab.
- Der Suchbegriffbericht wird anfangs wöchentlich, später monatlich geprüft.
- Unpassende Suchbegriffe landen konsequent in Ausschlusslisten.
- Es ist geklärt, welche Kampagnen auf AI Max umgestellt wurden und welche Funktionen dort aktiv sind.
- Bei Performance Max parallel: Kernsuchen sind als genau passende Keywords in der Suchkampagne abgesichert.
Häufige Fragen
Gibt es den „Modifizierer für weitgehend passende Keywords“ mit Pluszeichen noch?
Nein. Google hat den Modifizierer mit Pluszeichen bereits vor einigen Jahren abgeschafft und sein Verhalten in die passende Wortgruppe übernommen. Alte Keywords mit Pluszeichen werden wie Wortgruppen behandelt. Wenn Sie in einem älteren Konto noch solche Keywords finden, lohnt es sich, sie bei Gelegenheit sauber als Wortgruppe neu anzulegen, damit die Struktur verständlich bleibt.
Sollte ich dasselbe Keyword in allen drei Optionen buchen?
Das war früher üblich, ist heute aber selten nötig, weil alle Optionen nach Bedeutung arbeiten und sich stark überschneiden. Sinnvoll ist es meist, die wichtigsten Suchanfragen genau passend und das Thema zusätzlich als Wortgruppe abzudecken. Doppelte Keywords in derselben Option und Anzeigengruppe sollten Sie vermeiden, weil sie die Auswertung erschweren, ohne zusätzliche Reichweite zu bringen.
Wie viele Keywords sollte eine Anzeigengruppe enthalten?
Google nennt keine feste Zahl. Entscheidend ist, dass alle Keywords einer Anzeigengruppe zum selben Thema gehören und zu denselben Anzeigentexten und derselben Landingpage passen. Für einen Betrieb heißt das oft: eine Anzeigengruppe pro Leistung, etwa „Badsanierung“, „Heizungswartung“ und „Notdienst“, jeweils mit einer überschaubaren Zahl eng verwandter Keywords.
Kann ich AI Max ausschalten?
Sie können steuern, welche Funktionen aktiv sind: Der Suchbegriffsabgleich lässt sich je Anzeigengruppe deaktivieren, Textanpassung und URL-Erweiterung auf Kampagnenebene. Prüfen Sie nach der automatischen Umstellung die Einstellungen jeder betroffenen Kampagne. Ob AI Max für Ihr Konto Vorteile bringt, lässt sich am besten mit einem Experiment gegen die bisherige Einstellung herausfinden.
Quellen
- Google Ads-Hilfe: Keyword-Optionen – Definitionen und Priorisierung
- Google Ads-Hilfe: AI Max für Suchkampagnen – Funktionen und Steuerung
- Google Blog: Upgrade von DSA, automatisch erstellten Assets und Weitgehend-Einstellung auf AI Max – Zeitplan, Update vom 11.06.2026
- Google Ads-Hilfe: Suchbegriffbericht
- Google Ads-Hilfe: Auszuschließende Keywords
H. Kiassif leitet das Marketing bei NEUZEITWERBER und betreut Websites, Kampagnen und Anfragestrecken für Betriebe aus Handwerk und Mittelstand.