SEO-Grundlagen

Keyword-Recherche: Schritt-für-Schritt-Anleitung mit kostenlosen Tools

Mit welchen Worten suchen Ihre Kunden wirklich? Diese Anleitung zeigt, wie Sie mit kostenlosen Werkzeugen von Google passende Suchbegriffe finden, bewerten und sinnvoll auf Ihre Seiten verteilen – ohne teure Software.

Sebastian NeufeldSEO & IT Aktualisiert am 06.11.2026 8 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist eine Keyword-Recherche?
  2. Welche Arten von Keywords gibt es?
  3. Kostenlose Werkzeuge für die Keyword-Recherche
  4. Keyword-Recherche Schritt für Schritt
  5. Search Console als Keyword-Quelle: so gehen Sie vor
  6. Fragen Ihrer Kunden als Keywords
  7. Keywords bewerten: Volumen, Wettbewerb, Passung
  8. Keywords den Seiten zuordnen: die Keyword-Map
  9. Typische Fehler bei der Keyword-Recherche
  10. Checkliste: Keyword-Recherche abgeschlossen?
  11. Häufige Fragen
Illustration zum Thema Keyword-Recherche SEO-GRUNDLAGEN
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Keyword-Recherche zeigt, mit welchen Worten Ihre Kunden suchen – und welche Seite Ihrer Website diese Suche beantworten soll.
  • Kostenlos und zuverlässig: Search Console, Google Keyword-Planer, Google Trends sowie die Vorschläge direkt in der Google-Suche.
  • Suchvolumen ist nur ein Kriterium. Passung zum Angebot und Suchintention sind für Betriebe meist wichtiger als hohe Zahlen.
  • Der Keyword-Planer liefert gerundete Durchschnittswerte, Google Trends nur relative Werte von 0 bis 100 – beides sind Orientierungen, keine exakten Zählungen.
  • Am Ende steht eine Keyword-Map: ein Hauptthema pro Seite, damit sich Ihre Seiten nicht gegenseitig Konkurrenz machen.

Ein Sanitärbetrieb nennt seine Leistung „Badmodernisierung“, seine Kunden suchen nach „Bad renovieren Kosten“ oder „barrierefreies Bad Zuschuss“. Eine Steuerkanzlei schreibt „Steuerdeklaration für Personengesellschaften“, gesucht wird „Steuerberater GbR“. Die Keyword-Recherche schließt genau diese Lücke zwischen Fachsprache und Suchsprache. Sie ist die Grundlage für fast alles, was in der Suchmaschinenoptimierung folgt.

Was ist eine Keyword-Recherche?

Bei der Keyword-Recherche ermitteln Sie die Suchbegriffe, die Ihre potenziellen Kunden bei Google eingeben, bewerten sie und ordnen sie den passenden Seiten Ihrer Website zu. Google empfiehlt in seinen Grundlagen ausdrücklich, Begriffe zu verwenden, nach denen Nutzer suchen würden – vor allem im Titel, in der Hauptüberschrift, im Alt-Text von Bildern und im Linktext.

Das Ziel ist nicht, möglichst viele Keywords mit hohem Suchvolumen zu sammeln. Das Ziel ist eine klare Antwort auf zwei Fragen: Welche Themen braucht meine Website? Und: Welche Seite ist für welches Thema zuständig?

Welche Arten von Keywords gibt es?

Suchbegriffe lassen sich nach Länge und nach Absicht einteilen. Für die Planung ist diese Einteilung hilfreich:

TypBeispielTypisch
Kurze, allgemeine Begriffe (Short Head)„Photovoltaik“Viele Suchen, unklare Absicht, starker Wettbewerb
Längere, konkrete Begriffe (Longtail)„Photovoltaik mit Speicher für Einfamilienhaus“Weniger Suchen, klare Absicht, oft nah an der Anfrage
Informationsfragen„Wie lange hält eine Wärmepumpe?“Passt zu Ratgebern und FAQ
Leistungs- und Kaufbegriffe„Wärmepumpe installieren lassen“Passt zu Leistungsseiten
Lokale Begriffe„Heizungsbauer Waiblingen“Passt zu Leistungsseiten mit Ortsbezug und zum Google-Unternehmensprofil
MarkenbegriffeIhr FirmennameMenschen, die Sie bereits kennen

Hinter jedem Begriff steht eine Absicht: informieren, beauftragen, eine bestimmte Website finden oder einen Ort aufsuchen. Diese Suchintention entscheidet darüber, welcher Seitentyp für ein Keyword überhaupt ranken kann.

Kostenlose Werkzeuge für die Keyword-Recherche

Für kleine und mittlere Unternehmen reichen die kostenlosen Werkzeuge von Google oft aus. Kostenpflichtige SEO-Tools liefern mehr Komfort und Wettbewerbsdaten, rechnen aber mit eigenen Schätzungen.

WerkzeugWas es liefertGrenzen
Google Search ConsoleSuchanfragen, für die Ihre Website bereits erscheint, mit Klicks, Impressionen und PositionNur Begriffe, für die Sie schon sichtbar sind
Google Keyword-PlanerNeue Keyword-Ideen und durchschnittliche monatliche SuchanfragenBraucht ein Google-Ads-Konto, Werte sind gerundet
Google TrendsSaisonale Verläufe und Vergleich mehrerer Begriffe nach RegionNur relative Werte (0–100), keine absoluten Zahlen
Google-Suche selbstAutovervollständigung, „Ähnliche Fragen“, verwandte SuchanfragenKeine Zahlen, aber echte Formulierungen
Ihr eigener BetriebFragen aus Telefonaten, E-Mails, AngebotsgesprächenMuss gesammelt werden – ist aber oft die beste Quelle
Wie Google Trends rechnet

Laut Google wird jeder Datenpunkt in Trends durch die Gesamtzahl der Suchanfragen in der jeweiligen Region und Zeit geteilt und auf eine Skala von 0 bis 100 gebracht. Begriffe mit sehr wenigen Suchen erscheinen als 0. Trends eignet sich deshalb zum Vergleichen und für Saisonverläufe, nicht zum Ablesen von Suchvolumen.

Keyword-Recherche Schritt für Schritt

So gehen wir in Projekten vor. Für eine kleine Website mit zehn bis zwanzig Seiten ist das in wenigen Stunden machbar.

  1. Leistungen und Zielgruppen auflistenSchreiben Sie alle Leistungen auf, die Sie verkaufen wollen, und für wen. Priorisieren Sie nach Umsatz und Auslastung – nicht jede Leistung braucht gleich viel Sichtbarkeit.
  2. Kundensprache sammelnNotieren Sie, wie Kunden am Telefon und in E-Mails formulieren. „Heizung fällt aus“ ist ein anderer Einstieg als „Heizungswartung“.
  3. Search Console auswertenIm Leistungsbericht sehen Sie, für welche Suchanfragen Ihre Seiten bereits erscheinen. Begriffe mit vielen Impressionen, aber schwacher Position sind oft die schnellsten Chancen. Wie Sie den Bericht lesen, steht in unserem Leitfaden zur Google Search Console.
  4. Ideen erweiternGeben Sie Ihre Leistungen in die Google-Suche ein und notieren Sie Autovervollständigungen, „Ähnliche Fragen“ und verwandte Suchanfragen. Ergänzend liefert der Keyword-Planer weitere Ideen, wenn Sie eine Leistung oder Ihre Website-Adresse eingeben.
  5. Suchvolumen und Saison prüfenDen Keyword-Planer für Standort und Sprache einstellen und Durchschnittswerte ablesen. Bei saisonalen Leistungen wie Klimaanlagen oder Dachrinnenreinigung den Verlauf in Google Trends ansehen.
  6. Ergebnisseiten ansehenFür jeden wichtigen Begriff selbst bei Google suchen: Ranken dort Leistungsseiten, Ratgeber, Shops oder Verzeichnisse? Das zeigt, welche Art von Seite Google für passend hält.
  7. Keywords gruppieren und zuordnenBegriffe mit gleicher Absicht zu Themen zusammenfassen und jedem Thema genau eine Seite zuweisen.

Search Console als Keyword-Quelle: so gehen Sie vor

Die Search Console ist die einzige Quelle, die zeigt, mit welchen Begriffen Menschen Ihre Website bei Google tatsächlich sehen. Für eine bestehende Website ist sie deshalb der beste Startpunkt. So holen Sie die meisten Ideen heraus:

  • Zeitraum verlängern: Stellen Sie im Leistungsbericht die letzten zwölf oder sechzehn Monate ein, damit saisonale Begriffe nicht untergehen.
  • Nach Seite filtern: Wählen Sie eine Leistungsseite aus und sehen Sie sich im Tab „Suchanfragen“ an, wofür genau diese Seite erscheint. Oft tauchen Formulierungen auf, die im Text noch gar nicht vorkommen.
  • Nach Wörtern filtern: Ein Filter auf Suchanfragen, die zum Beispiel „kosten“, „wie“ oder einen Ortsnamen enthalten, zeigt Fragen und lokale Varianten auf einen Blick.
  • Markenbegriffe trennen: Mit dem Filter für Markensuchanfragen, den Google seit Ende 2025 für Properties auf oberster Ebene mit ausreichend Suchdaten eingeführt hat, sehen Sie getrennt, welche Suchen ohne Ihren Firmennamen zu Ihnen führen. Genau dort liegt das Wachstum.
  • Chancen markieren: Begriffe mit vielen Impressionen und einer durchschnittlichen Position zwischen etwa 5 und 20 sind Kandidaten für eine Überarbeitung der zugehörigen Seite.

Fragen Ihrer Kunden als Keywords

Viele Suchanfragen sind vollständige Fragen: „Wie lange dauert eine Badsanierung?“, „Muss ich eine Wallbox anmelden?“, „Was macht ein Steuerberater für Selbstständige?“. Sie verraten, was Kunden vor einer Anfrage wissen wollen. Solche Fragen gehören nicht in eine Liste mit Suchvolumen, sondern direkt in Ihre Inhalte – als Abschnitt auf der Leistungsseite, in einem FAQ-Block oder als eigener Ratgeberartikel, wenn die Antwort ausführlicher ist.

Die besten Fragen finden Sie oft nicht in Tools, sondern im eigenen Betrieb. Bitten Sie Ihr Team, zwei Wochen lang jede wiederkehrende Kundenfrage zu notieren. Dabei entsteht meist eine Liste, die genauer ist als jede Software – und die gleichzeitig zeigt, welche Einwände Ihre Website noch nicht beantwortet.

Keywords bewerten: Volumen, Wettbewerb, Passung

Suchvolumen richtig lesen

Der Keyword-Planer zeigt laut Google die durchschnittliche Zahl monatlicher Suchanfragen für ein Keyword und ähnliche Varianten, standardmäßig über die letzten zwölf Monate und für die gewählten Standorte. Die Werte sind gerundet. Für lokale Betriebe sind die Zahlen oft klein oder werden gar nicht angezeigt. Das heißt nicht, dass niemand sucht: Ein Begriff mit zwanzig Suchen im Monat kann für einen Dachdecker mehrere lukrative Aufträge bedeuten.

Wettbewerb einschätzen

Die Spalte „Wettbewerb“ im Keyword-Planer bezieht sich auf Anzeigen, nicht auf die organische Suche. Für SEO ist der Blick in die Ergebnisseite aussagekräftiger: Stehen dort nur große Portale und Hersteller, ist der Begriff schwer. Finden Sie dort kleine Betriebe mit einfachen Seiten, haben Sie realistische Chancen.

Passung zum Angebot

Die wichtigste Frage ist banal: Würde jemand, der so sucht, bei Ihnen anfragen? „Dachfenster einbauen Anleitung“ hat Suchvolumen, bringt einem Fachbetrieb aber vor allem Heimwerker. „Dachfenster austauschen lassen“ ist kleiner, aber passender.

Praxistipp: drei Spalten reichen

Bewerten Sie jeden Begriff in einer einfachen Tabelle mit „Passt zum Angebot“ (ja/eher/nein), „Absicht“ (Info/Auftrag/lokal) und „Chancen“ (gut/mittel/schwer). Damit priorisieren Sie meist besser als mit reinen Volumenzahlen.

Keyword-Recherche abgeben?

Wir finden die Suchbegriffe, die zu Ihrem Angebot passen, und planen die Seiten dafür.

SEO Agentur

Keywords den Seiten zuordnen: die Keyword-Map

Das Ergebnis der Recherche ist eine Keyword-Map. Sie legt fest, welche Seite für welches Thema zuständig ist. Ein Beispiel für einen Elektrobetrieb:

SeiteHauptthemaVerwandte Begriffe auf derselben Seite
Leistungsseite WallboxWallbox installieren lassenWallbox Elektriker, Wallbox Anschluss, Wallbox Montage
Leistungsseite PhotovoltaikPhotovoltaikanlage EinfamilienhausPV-Anlage mit Speicher, Solaranlage Dach
RatgeberWallbox FörderungZuschuss Wallbox, Wallbox anmelden Netzbetreiber
Leistungsseite E-CheckE-CheckElektroprüfung Gewerbe, DGUV V3 Prüfung

Wichtig ist der Grundsatz ein Hauptthema pro Seite. Bekommen zwei Seiten dasselbe Thema, konkurrieren sie bei Google miteinander. Wie Sie das erkennen und auflösen, zeigt der Artikel Keyword-Kannibalisierung. Wie Sie die Begriffe anschließend natürlich in Überschriften und Texte einbauen, beschreibt unser Leitfaden SEO-Texte schreiben.

Typische Fehler bei der Keyword-Recherche

  • Nur nach Volumen auswählen: Die Begriffe mit den höchsten Zahlen sind oft zu allgemein und für kleine Betriebe kaum erreichbar.
  • Fachsprache übernehmen: Interne Bezeichnungen und Produktnamen sucht kaum jemand.
  • Jede Variante einzeln bedienen: „Fliesenleger“ und „Fliesenleger Firma“ brauchen keine zwei Seiten. Google versteht Synonyme und Varianten.
  • Die Ergebnisseite nicht ansehen: Wer nicht prüft, welche Seitentypen ranken, baut leicht die falsche Seite.
  • Einmal recherchieren, nie wieder: Neue Leistungen, Förderprogramme und Begriffe ändern das Suchverhalten. Ein Blick pro Quartal in die Search Console lohnt sich.

Checkliste: Keyword-Recherche abgeschlossen?

  • Alle wichtigen Leistungen sind mit den Begriffen Ihrer Kunden beschrieben.
  • Bestehende Suchanfragen aus der Search Console sind ausgewertet.
  • Für jeden Hauptbegriff haben Sie die Ergebnisseite bei Google angesehen.
  • Saisonale Begriffe sind in Google Trends geprüft.
  • Jedes Thema hat genau eine zuständige Seite.
  • Fehlende Seiten sind notiert und priorisiert.
  • Ein Termin für die nächste Überprüfung steht im Kalender.
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Häufige Fragen

Ist der Google Keyword-Planer wirklich kostenlos?

Die Nutzung selbst kostet nichts, Sie brauchen aber ein Google-Ads-Konto. Laut Google gehört zur abgeschlossenen Kontoeinrichtung auch die Eingabe von Zahlungsinformationen. Sie müssen jedoch keine Kampagne schalten, um Keyword-Ideen und Suchvolumen abzurufen. Wenn Sie keine Anzeigen planen, können Sie eine angelegte Kampagne pausiert lassen. Beachten Sie, dass die Werte gerundete Durchschnittswerte sind und für eine Orientierung gedacht sind.

Wie viele Keywords sollte eine Seite abdecken?

Eine Seite sollte ein klares Hauptthema haben. Dazu gehören meist mehrere eng verwandte Begriffe und Fragen, die dieselbe Absicht haben, etwa „Wallbox installieren“, „Wallbox Montage“ und „Wallbox Elektriker“. Eine feste Zahl gibt es nicht. Wenn Sie für einen Begriff einen eigenen Absatz mit ganz anderem Inhalt bräuchten, ist das ein Hinweis auf ein eigenes Thema und damit eventuell eine eigene Seite.

Sollte ich Ortsnamen in meine Keywords aufnehmen?

Wenn Ihre Kunden mit Ortsbezug suchen, ja – etwa „Elektriker Fellbach“. Google zeigt bei vielen Dienstleistungen aber auch ohne Ortsangabe lokale Ergebnisse, weil der Standort der suchenden Person berücksichtigt wird. Den Ort sollten Sie deshalb dort nennen, wo er natürlich passt: im Seitentitel, in der Überschrift und in Ihren Kontaktdaten. Für viele Orte jeweils fast gleiche Seiten zu bauen, ist dagegen keine gute Idee.

Brauche ich kostenpflichtige SEO-Tools?

Für den Start meist nicht. Search Console, Keyword-Planer, Google Trends und die Google-Suche liefern für kleine und mittlere Websites ausreichend Daten. Kostenpflichtige Tools lohnen sich, wenn Sie viele Seiten betreuen, Wettbewerber systematisch beobachten oder Rankings täglich verfolgen wollen. Beachten Sie, dass deren Suchvolumen eigene Schätzungen sind und von den Google-Werten abweichen können.

Quellen

  1. Google Ads-Hilfe: Keyword-Planer verwenden
  2. Google Ads-Hilfe: Statistiken und Prognosen im Keyword-Planer – Definition und Rundung des Suchvolumens
  3. Google Trends-Hilfe: Wie Trends-Daten angepasst werden – Normalisierung auf 0–100
  4. Google Search Central: Grundlagen der Google Suche – Best Practice: Begriffe der Nutzer verwenden
  5. Google Search Central: Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung (SEO)
  6. Google Search Central Blog: Filter für Markensuchanfragen in der Search Console (20.11.2025)
Sebastian NeufeldSEO & IT bei NEUZEITWERBER

Sebastian Neufeld verantwortet bei NEUZEITWERBER SEO und die technische Umsetzung – von Ladezeit und Indexierung bis zur Sichtbarkeit in KI-Suchen.

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