SEO-Texte schreiben: Leitfaden mit Beispielen
Gute SEO-Texte beantworten die Frage der Suchenden besser als andere Seiten – und sind so aufgebaut, dass Google das erkennt. Dieser Leitfaden zeigt Aufbau, Keyword-Einsatz und Schreibstil mit Beispielen aus Handwerk und Mittelstand, ganz ohne Keyword-Stopfen.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein SEO-Text?
- Vor dem Schreiben: Thema, Suchbegriff, Absicht
- Der Aufbau eines guten SEO-Texts
- Keywords natürlich einsetzen
- Verständlich schreiben: Stil und Sprache
- Erfahrung und Fachwissen einbringen
- Wie lang sollte ein SEO-Text sein?
- KI beim Schreiben nutzen – mit Augenmaß
- Beispiel: Gliederung einer Leistungsseite
- Checkliste für Ihren SEO-Text
- Häufige Fragen
- Ein guter SEO-Text beantwortet die Frage hinter einer Suche vollständig und verständlich – Keywords sind Mittel, nicht Ziel.
- Vor dem Schreiben stehen Thema, Suchbegriff und Suchintention fest. Ohne diese Entscheidung wird der Text beliebig.
- Bewährter Aufbau: Antwort früh, klare Zwischenüberschriften, kurze Absätze, Listen und Tabellen, ein konkreter nächster Schritt.
- Laut Google gibt es keine Mindestwortzahl. Wiederholte Keywords gelten als Keyword-Stuffing und verstoßen gegen die Spamrichtlinien.
- Eigene Erfahrung – Projekte, Abläufe, typische Fehler – unterscheidet Ihren Text von austauschbaren Inhalten, auch von KI-Texten.
Viele denken bei „SEO-Text“ an Texte, die für Maschinen geschrieben sind: das Keyword in jedem dritten Satz, Städtenamen aneinandergereiht, holprige Formulierungen wie „Wenn Sie einen Elektriker Stuttgart suchen …“. Solche Texte waren nie eine gute Idee und sind es heute weniger denn je. Google empfiehlt Inhalte, die für Menschen geschrieben sind. Ein guter SEO-Text ist deshalb zuerst ein guter Text – mit ein paar handwerklichen Regeln, damit Google versteht, worum es geht.
Was ist ein SEO-Text?
Ein SEO-Text ist ein Text auf einer Webseite, der gezielt auf eine Suchanfrage hin geschrieben ist. Er verfolgt zwei Ziele gleichzeitig: Er soll die Frage der Suchenden so gut beantworten, dass sie nicht weitersuchen müssen. Und er soll so aufgebaut sein, dass Google das Thema eindeutig erkennt.
Google fasst die Anforderungen an solche Inhalte in seiner Dokumentation unter dem Begriff hilfreiche, zuverlässige und nutzerorientierte Inhalte zusammen. Zu den Fragen, die Google zur Selbstprüfung vorschlägt, gehören unter anderem: Bietet der Inhalt eigene Informationen, Recherchen oder Analysen? Behandelt er das Thema umfassend? Würden Leser ihn weiterempfehlen oder als Lesezeichen speichern? Würden sie nach dem Lesen das Gefühl haben, genug gelernt zu haben, um ihr Ziel zu erreichen?
Vor dem Schreiben: Thema, Suchbegriff, Absicht
Die meisten schwachen Texte scheitern nicht an Formulierungen, sondern an fehlender Planung. Klären Sie vor dem ersten Satz:
- Thema: Was genau soll die Seite behandeln – und was bewusst nicht? Ein Text über „Heizung“ ist zu breit, einer über „Wärmepumpe im Altbau nachrüsten“ ist greifbar.
- Hauptsuchbegriff: Mit welchen Worten suchen Ihre Kunden? Wie Sie das herausfinden, zeigt die Anleitung zur Keyword-Recherche.
- Suchintention: Wollen die Suchenden sich informieren oder einen Betrieb beauftragen? Ein Blick auf die Google-Ergebnisse zeigt es. Mehr dazu im Artikel zur Suchintention.
- Ziel der Seite: Was soll ein Leser am Ende tun – anrufen, ein Formular ausfüllen, einen weiteren Artikel lesen?
- Fragen der Kunden: Notieren Sie, was Kunden zu diesem Thema am Telefon fragen. Diese Fragen sind Ihr Gerüst.
Lesen Sie vor dem Schreiben die drei bis fünf Seiten, die für Ihren Suchbegriff oben stehen. Notieren Sie, welche Fragen sie beantworten – und welche nicht. Ihr Text sollte die Lücken füllen, nicht die anderen kopieren.
Der Aufbau eines guten SEO-Texts
Viele Besucher lesen Webseiten nicht Wort für Wort, sondern überfliegen zuerst Überschriften und Hervorhebungen und entscheiden dann, wo sie einsteigen. Der Aufbau sollte das unterstützen:
- Eine Hauptüberschrift mit dem ThemaSie sagt in einfachen Worten, worum es geht, und enthält den Hauptsuchbegriff in natürlicher Form.
- Die Antwort zuerstDie ersten zwei, drei Sätze beantworten die Kernfrage oder sagen, was die Seite bietet. Hintergründe kommen danach.
- Zwischenüberschriften als WegweiserJede Zwischenüberschrift kündigt an, was im Abschnitt folgt. Wer nur sie liest, sollte den Text grob verstehen.
- Kurze AbsätzeDrei bis fünf Sätze pro Absatz, ein Gedanke pro Absatz. Auf dem Smartphone wirkt schon ein Absatz mit acht Zeilen wie eine Wand.
- Listen und TabellenAbläufe als nummerierte Liste, Vergleiche als Tabelle, Voraussetzungen als Aufzählung.
- Belege und BeispieleKonkrete Projekte, Zahlen mit Quelle, Fotos aus der eigenen Arbeit.
- Ein klarer nächster SchrittAm Ende und bei längeren Texten auch zwischendurch: Was kann der Leser jetzt tun?
Leistungsseite und Ratgeber setzen andere Schwerpunkte
Der Grundaufbau gilt für beide Seitentypen, die Gewichtung unterscheidet sich aber. Eine Leistungsseite muss schnell zeigen, was Sie anbieten, wo Sie arbeiten, wie der Ablauf ist und wie man Sie erreicht. Vertrauensbelege wie Referenzen und Bewertungen stehen weit oben. Ein Ratgeber beantwortet dagegen eine Wissensfrage gründlich und neutral, mit Erklärungen, Beispielen und Quellen. Das Angebot erscheint dort erst, wenn es zur Frage passt – meist als Hinweis am Ende oder als Link auf die passende Leistungsseite.
Keywords natürlich einsetzen
Google empfiehlt, Begriffe zu verwenden, nach denen Menschen suchen würden – vor allem an prominenten Stellen wie Titel, Hauptüberschrift, Alt-Text und Linktext. Gleichzeitig erkennt Google Synonyme und Zusammenhänge. Auf seiner Informationsseite zur Suche erklärt Google, dass Sprachmodelle zum Beispiel erkennen, dass „ändern“ und „einstellen“ dasselbe meinen können. Sie müssen also nicht jede Variante wörtlich unterbringen.
| Stelle | Empfehlung |
|---|---|
| Seitentitel (Title-Tag) | Hauptbegriff in natürlicher Formulierung, möglichst weit vorn |
| Hauptüberschrift | Thema klar benennen, gern mit dem Hauptbegriff |
| Erster Absatz | Thema aufgreifen, ohne den Begriff zu erzwingen |
| Zwischenüberschriften | Verwandte Begriffe und Fragen, wo sie inhaltlich passen |
| Bilder | Beschreibender Alt-Text, der zum Bildinhalt passt |
| Links von anderen Seiten | Linktext, der das Thema der Seite beschreibt |
Eine „ideale Keyword-Dichte“ gibt es nicht. Google schreibt im SEO-Startleitfaden, dass das ständige Wiederholen derselben Wörter Leser ermüdet und gegen die Spamrichtlinien verstößt. Wenn ein Satz nur existiert, um ein Keyword unterzubringen, streichen Sie ihn.
Verständlich schreiben: Stil und Sprache
Ihre Leser sind meist keine Fachleute. Sie wollen eine Lösung, keinen Fachvortrag. Diese Regeln machen Texte spürbar besser:
- Kurze Sätze: Ein Gedanke pro Satz. Schachtelsätze aufteilen.
- Aktiv statt passiv: „Wir prüfen Ihre Heizung“ statt „Die Heizung wird von uns geprüft“.
- Konkret statt allgemein: „Termin innerhalb von fünf Werktagen“ statt „schnelle Terminvergabe“ – aber nur, wenn es stimmt.
- Fachbegriffe erklären: Wenn ein Fachbegriff nötig ist, beim ersten Auftreten kurz in Alltagssprache übersetzen.
- Leser direkt ansprechen: Für Unternehmenswebsites hat sich die Sie-Form bewährt.
- Floskeln streichen: „Kompetenter Partner“, „Qualität, die überzeugt“ oder „Ihre Zufriedenheit ist unser Ziel“ sagen nichts aus.
| Vorher | Nachher |
|---|---|
| „Als Ihr kompetenter Partner in Sachen Dachrinnenreinigung bieten wir Ihnen professionelle Dachrinnenreinigung in höchster Qualität.“ | „Wir reinigen Ihre Dachrinnen und Fallrohre, prüfen sie auf Schäden und schicken Ihnen Fotos vom Zustand. Ein Termin dauert bei einem Einfamilienhaus meist einen halben Tag.“ |
| „Unsere Kanzlei steht für Kompetenz und Vertrauen in allen steuerlichen Belangen.“ | „Wir übernehmen Buchhaltung, Lohnabrechnung und Jahresabschluss für Handwerksbetriebe – mit festen Ansprechpartnern und digitaler Belegablage.“ |
Erfahrung und Fachwissen einbringen
Das stärkste Unterscheidungsmerkmal Ihrer Texte ist Ihre Praxis. Google nennt in seinen Selbstbewertungsfragen ausdrücklich, ob Inhalte eigene Informationen oder Erfahrungen enthalten und ob erkennbar ist, wer sie geschrieben hat. Unter dem Kürzel E-E-A-T beschreibt Google, woran Erfahrung, Expertise und Vertrauen erkennbar werden. Konkret heißt das für Ihre Texte:
- Beschreiben Sie Ihren tatsächlichen Ablauf, nicht einen idealtypischen.
- Nennen Sie typische Fehler oder Probleme, die Sie in der Praxis sehen.
- Zeigen Sie eigene Projekte mit Fotos statt Stockbildern.
- Belegen Sie Zahlen, Förderbedingungen oder Rechtsfragen mit Quellen und Stand.
- Nennen Sie bei Fachartikeln, wer geschrieben hat und mit welcher Qualifikation.
Wir interviewen Sie kurz und machen aus Ihrem Fachwissen Texte, die gefunden werden.
Wie lang sollte ein SEO-Text sein?
Die kurze Antwort: so lang wie nötig, so kurz wie möglich. Google schreibt im SEO-Startleitfaden, dass die Länge eines Inhalts allein das Ranking nicht beeinflusst und es keine Mindest- oder Höchstwortzahl gibt. In der Dokumentation zu hilfreichen Inhalten nennt Google es sogar als Warnsignal, wenn Texte auf eine bestimmte Wortzahl hin geschrieben werden, weil man gehört hat, Google bevorzuge sie.
In der Praxis ergibt sich die Länge aus den Fragen, die ein Text beantworten muss. Eine Leistungsseite für den Heizungsnotdienst braucht klare Informationen zu Erreichbarkeit, Einzugsgebiet und Ablauf – kein Essay. Ein Ratgeber zu Fördermöglichkeiten für Wärmepumpen wird dagegen zwangsläufig länger, weil viele Bedingungen zu erklären sind.
KI beim Schreiben nutzen – mit Augenmaß
Google verbietet den Einsatz von KI nicht. Entscheidend ist laut Google, ob ein Inhalt hilfreich und zuverlässig ist. Gleichzeitig weist Google darauf hin, dass Sprachmodelle Fehler erzeugen können und KI-Inhalte vor der Veröffentlichung auf Richtigkeit geprüft werden sollten. Werden viele Seiten ohne Nutzen für Leser automatisch erzeugt, kann das gegen die Spamrichtlinie zum Missbrauch von Inhalten in großem Umfang verstoßen.
Sinnvoll eingesetzt hilft KI bei Gliederungen, bei Formulierungsvarianten oder beim Kürzen. Die Erfahrung aus Ihren Projekten, die Fakten und die Verantwortung für den Inhalt bleiben bei Ihnen. Ausführlich behandeln wir das Thema im Artikel Werden KI-Texte von Google abgestraft?
Beispiel: Gliederung einer Leistungsseite
So könnte die Gliederung für eine Leistungsseite „Dachrinnenreinigung“ eines Dachdeckerbetriebs aussehen:
- H1: Dachrinnenreinigung vom Fachbetrieb in Backnang und Umgebung
- Einstieg: Was wir machen, für wen, wo – plus Kontaktmöglichkeit.
- H2: Warum verstopfte Dachrinnen teuer werden können
- H2: So läuft die Reinigung ab (nummerierte Liste)
- H2: Was kostet eine Dachrinnenreinigung? (Faktoren, ehrlicher Rahmen)
- H2: Wann ist der beste Zeitpunkt?
- H2: Projekte aus der Region (Fotos)
- H2: Häufige Fragen
- Abschluss: Termin anfragen
Checkliste für Ihren SEO-Text
- Thema, Hauptsuchbegriff und Suchintention sind vor dem Schreiben festgelegt.
- Die Hauptüberschrift benennt das Thema klar.
- Die Kernfrage wird in den ersten Sätzen beantwortet.
- Zwischenüberschriften zeigen, was im Abschnitt folgt.
- Absätze sind kurz, Abläufe als Liste, Vergleiche als Tabelle dargestellt.
- Keywords stehen an prominenten Stellen, ohne Wiederholungen um ihrer selbst willen.
- Der Text enthält eigene Erfahrung, Beispiele und belegte Zahlen.
- Es ist erkennbar, wer den Text geschrieben hat.
- Keine Floskeln, keine unbelegten Superlative.
- Am Ende steht ein klarer nächster Schritt.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich SEO-Texte aktualisieren?
Immer dann, wenn sich etwas Wesentliches ändert: Leistungen, Preise, Förderbedingungen, Gesetze oder Ansprechpartner. Zusätzlich lohnt sich ein Blick, wenn eine Seite in der Search Console über Monate an Klicks verliert. Ein Datum nur zu ändern, ohne den Inhalt zu überarbeiten, bringt nichts. Google nennt das in seiner Dokumentation sogar als Warnsignal für Inhalte, die vor allem für Suchmaschinen gemacht sind.
Darf ich Texte von Herstellern oder anderen Websites übernehmen?
Fremde Texte zu kopieren ist in der Regel urheberrechtlich problematisch und bringt Ihnen bei Google wenig, weil der Inhalt bereits woanders existiert. Google wertet das Kopieren fremder Inhalte ohne eigenen Beitrag als Spam. Herstellerangaben wie technische Daten können Sie nutzen, sollten sie aber in eigene Worte fassen und um Ihre Erfahrung ergänzen, etwa für welche Häuser sich ein Produkt eignet und worauf beim Einbau zu achten ist.
Sollte ich Ortsnamen in jeden Absatz schreiben?
Nein. Ort und Einzugsgebiet gehören an die Stellen, an denen sie natürlich passen: in den Seitentitel, die Hauptüberschrift oder Einleitung, die Kontaktdaten und gegebenenfalls in Referenzprojekte. Ein Ortsname in jedem Absatz liest sich unnatürlich und kann als Keyword-Stuffing gewertet werden. Google erkennt den lokalen Bezug zusätzlich über Ihr Unternehmensprofil und den Standort der suchenden Person.
Quellen
- Google Search Central: Hilfreiche, zuverlässige und nutzerorientierte Inhalte erstellen – Selbstbewertungsfragen, Wortanzahl
- Google Search Central: Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) – Keyword-Stuffing, Länge
- Google Search Central: Grundlagen der Google Suche
- Google: So funktioniert die Google Suche – Ergebnisse sortieren – Synonyme und Bedeutung
- Google Search Central: Leitfaden zur Verwendung von generativen KI-Inhalten
- Google Search Central: Spamrichtlinien für die Google Websuche
H. Kiassif leitet das Marketing bei NEUZEITWERBER und betreut Websites, Kampagnen und Anfragestrecken für Betriebe aus Handwerk und Mittelstand.