Website-Technik

Von Wix oder Jimdo zu WordPress umziehen: der Fahrplan

Der Wechsel vom Baukasten zu WordPress ist kein Knopfdruck: Wix-Websites lassen sich laut Wix nicht auf einen anderen Server exportieren. Wir zeigen, wie Sie Inhalte, Domain, E-Mail und Rankings trotzdem ohne böse Überraschungen mitnehmen.

Sebastian NeufeldSEO & IT Aktualisiert am 06.11.2026 8 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
  1. Warum es keinen Export-Knopf gibt
  2. Der Umzug im Überblick
  3. Schritt 1 und 2: Inventur und Inhalte sichern
  4. Schritt 3: Domain und E-Mail – die eigentliche Stolperfalle
  5. Schritt 4: WordPress aufbauen
  6. Schritt 5: Weiterleitungen und Rankings
  7. Schritt 6 bis 8: Umschalten, prüfen, kündigen
  8. Was sich nach dem Umzug für Sie ändert
  9. Wie lange dauert der Umzug?
  10. Checkliste für den Umzug zu WordPress
  11. Häufige Fragen
Illustration zum Thema Wix/Jimdo zu WordPress WEBSITE-TECHNIK
Das Wichtigste in Kürze
  • Wix schreibt in seiner Hilfe ausdrücklich, dass sich Wix-Websites nicht zu einem anderen Hoster exportieren lassen. Der Umzug ist daher immer ein Neuaufbau mit übernommenen Inhalten.
  • Der Ablauf: Inventur aller Seiten, Inhalte sichern, WordPress-Website aufbauen, Weiterleitungen planen, Domain umstellen, prüfen.
  • Die größte Stolperfalle ist oft nicht die Website, sondern die E-Mail: Wer die DNS-Einträge ändert, ohne die Postfächer mitzudenken, ist plötzlich nicht mehr erreichbar.
  • Wo sich Adressen ändern, braucht jede alte URL eine 301-Weiterleitung auf ihr Gegenstück – Google empfiehlt, sie mindestens ein Jahr zu behalten.
  • Den Baukasten-Vertrag erst kündigen, wenn die neue Website live ist und alles geprüft wurde.

Viele Betriebe starten mit einem Baukasten: schnell eingerichtet, monatlicher Festpreis, keine Technik. Nach ein paar Jahren stoßen sie an Grenzen – bei der Gestaltung, bei Funktionen wie Terminbuchung oder Stellenanzeigen, bei der Suchmaschinenoptimierung oder schlicht, weil sie die Website selbst besitzen wollen. Dann fällt die Entscheidung für WordPress.

Ob der Wechsel für Sie sinnvoll ist, beleuchten wir im Vergleich WordPress oder Baukasten?. Dieser Artikel setzt voraus, dass die Entscheidung gefallen ist, und zeigt den Weg dorthin.

Warum es keinen Export-Knopf gibt

Baukästen speichern Ihre Website in einem eigenen Format auf ihren eigenen Servern. Wix schreibt in seinem Hilfe-Center ausdrücklich, dass Wix-Websites nur auf den Servern von Wix funktionieren und nicht zu einem anderen Hoster exportiert werden können. Bei anderen Baukästen ist die Lage ähnlich: Einzelne Inhalte lassen sich je nach Anbieter und Tarif herunterladen, eine fertige, übertragbare Website gibt es nicht.

Für Sie bedeutet das: Der Umzug ist immer ein Neuaufbau mit übernommenen Inhalten. Die Gestaltung wird in WordPress neu umgesetzt, Texte und Bilder werden übertragen. Das klingt nach mehr Aufwand, ist aber auch eine Chance: Veraltete Seiten fliegen raus, Struktur und Texte werden überarbeitet.

Die Inhalte gehören Ihnen

Wix verweist darauf, dass die Inhalte, die Sie erstellen, Ihnen gehören. Texte, Fotos und Logos dürfen Sie also mitnehmen. Vorlagen-Designs, Stockbilder aus der Baukasten-Bibliothek und Funktionen des Anbieters bleiben dagegen beim Baukasten – prüfen Sie im Zweifel die Lizenzbedingungen.

Der Umzug im Überblick

  1. InventurAlle Seiten, Blogbeiträge, Bilder, Dokumente, Formulare und Funktionen der alten Website erfassen – inklusive ihrer Adressen.
  2. Inhalte sichernTexte, Bilder und Dateien herunterladen, bevor irgendetwas umgestellt wird.
  3. Domain und E-Mail klärenWo ist die Domain registriert, wo laufen die Postfächer, wer hat Zugriff auf die DNS-Einstellungen?
  4. WordPress aufbauenAuf einem eigenen Hosting, zunächst unter einer Testadresse und für Suchmaschinen gesperrt.
  5. Weiterleitungen planenJede alte Adresse bekommt ein Ziel auf der neuen Website.
  6. UmschaltenDomain auf das neue Hosting zeigen lassen, Weiterleitungen aktivieren, Suchmaschinensperre aufheben.
  7. Prüfen und nachsteuernSearch Console, Formulare, Tracking, E-Mail und Google-Unternehmensprofil kontrollieren.
  8. Baukasten kündigenErst wenn alles läuft – und nachdem Sie ein letztes Mal geprüft haben, dass nichts fehlt.

Schritt 1 und 2: Inventur und Inhalte sichern

Beginnen Sie mit einer vollständigen Liste aller Adressen. Quellen dafür sind die XML-Sitemap der alten Website (meist unter /sitemap.xml erreichbar), der Leistungsbericht der Google Search Console und eine Suche nach site:ihre-domain.de. Notieren Sie zu jeder Seite, ob sie übernommen, zusammengelegt oder gestrichen wird.

Dann sichern Sie die Inhalte:

  • Texte seitenweise kopieren und in einem Dokument sammeln – mit Überschriften, damit die Struktur erhalten bleibt.
  • Bilder in bestmöglicher Qualität herunterladen. Liegen die Originale noch auf Ihrem Rechner oder Smartphone, sind diese meist besser.
  • Dokumente wie Preislisten, Datenblätter oder Bewerbungsunterlagen sichern.
  • Blogbeiträge: Manche Baukästen bieten einen RSS-Feed oder eine Exportfunktion, über die sich Beiträge leichter übertragen lassen. Was möglich ist, steht in der Hilfe Ihres Anbieters.
  • Kontakte und Formulareinträge, falls Sie Daten im Baukasten gesammelt haben – unter Beachtung des Datenschutzes.
  • Einstellungen: Seitentitel und Meta-Beschreibungen, die bereits gut funktionieren, sowie eingebundene Dienste wie Tracking, Karten oder Terminbuchung.

Schritt 3: Domain und E-Mail – die eigentliche Stolperfalle

Bevor Sie etwas umstellen, klären Sie drei Fragen:

  • Wo ist die Domain registriert? Beim Baukasten selbst oder bei einem anderen Anbieter, mit dem der Baukasten nur verbunden ist? Wix unterscheidet in seiner Hilfe ausdrücklich zwischen verbundenen und übertragenen Domains.
  • Wo laufen die E-Mail-Postfächer? Über den Baukasten, über einen Dienst wie Google Workspace oder Microsoft 365, oder beim Domain-Anbieter?
  • Wer hat Zugriff auf die DNS-Einträge? Dort wird festgelegt, wohin Website und E-Mails gehen.

Liegt die Domain beim Baukasten, ziehen Sie sie zum neuen Hoster oder zu einem Domain-Anbieter um. Bei .de-Domains geschieht das laut DENIC über einen Auth-Info-Code, den Sie beim bisherigen Anbieter anfordern und der 30 Tage gültig ist. Den Ablauf eines Domain-Umzugs beschreiben wir ausführlich im Artikel Domain umziehen ohne Rankingverlust.

E-Mail-Einträge vor dem Umstellen notieren

Notieren Sie vor jeder Änderung alle DNS-Einträge, insbesondere MX-, SPF-, DKIM- und Verifizierungs-Einträge. Werden diese beim Umzug nicht übernommen, kommen E-Mails nicht mehr an oder landen im Spam – oft fällt das erst Tage später auf, wenn Kunden sich beschweren.

Schritt 4: WordPress aufbauen

Die neue Website entsteht auf einem eigenen Hosting, zunächst unter einer Testadresse. Wichtig dabei:

  • Für Suchmaschinen sperren, solange gebaut wird – aber nicht vergessen, die Sperre beim Go-live aufzuheben. Google nennt das im Umzugsleitfaden als eigenen Prüfpunkt.
  • Struktur bewusst planen: Übernehmen Sie bewährte Adressen, wo es geht. Jede Adresse, die gleich bleibt, braucht keine Weiterleitung.
  • Grundfunktionen vollständig: Kontaktformular mit Spamschutz, Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Einwilligung, falls nötig, und eine Lösung für Updates und Backups.
  • Nicht zu viele Plugins: Der Baukasten hat Ihnen Technik abgenommen. In WordPress ist jedes Plugin eine Aufgabe für die Wartung.
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WordPress Agentur

Schritt 5: Weiterleitungen und Rankings

Baukästen erzeugen eigene Adressmuster, etwa für Blogbeiträge oder Produktseiten. In WordPress sehen die Adressen meist anders aus. Für Google ist das ein Umzug mit geänderten URLs. Damit Rankings und Links nicht verloren gehen, braucht jede alte Adresse eine permanente Weiterleitung auf ihr inhaltliches Gegenstück. Wie Sie die Weiterleitungsliste erstellen und testen, steht im Artikel 301-Weiterleitungen richtig einrichten.

Ein wichtiger Unterschied zur normalen Umstellung: Die Weiterleitungsfunktion des Baukastens nützt nach dem Wechsel nichts mehr, weil die Domain dann nicht mehr auf den Baukasten zeigt. Die Regeln müssen auf dem neuen Server angelegt werden.

SituationWas Google dazu sagt
Domain bleibt, Adressen bleiben gleichHosting-Umzug ohne URL-Änderung: neue Seite vorbereiten, DNS umstellen, alten Anbieter erst abschalten, wenn kein Verkehr mehr ankommt
Domain bleibt, Adressen ändern sichUmzug mit URL-Änderungen: Weiterleitungsliste, 301-Weiterleitungen, neue Sitemap, interne Links umstellen
Neue Domain und neue AdressenGoogle rät, möglichst nur eine Sache auf einmal zu ändern – also erst die Domain, dann System oder Gestaltung

Laut Google dauert es bei mittelgroßen Websites einige Wochen oder länger, bis die neuen Adressen die alten in der Suche ersetzen. Rankingschwankungen in dieser Zeit sind normal.

Schritt 6 bis 8: Umschalten, prüfen, kündigen

Ist alles vorbereitet, stellen Sie die DNS-Einträge der Domain auf das neue Hosting um. Google empfiehlt beim Hosting-Umzug, die Gültigkeitsdauer (TTL) der DNS-Einträge etwa eine Woche vorher auf wenige Stunden zu senken, damit die Umstellung schneller greift. Danach prüfen Sie:

  • Lädt die neue Website unter allen Varianten der Domain (mit und ohne www, mit https)?
  • Funktionieren die Weiterleitungen für alle wichtigen alten Adressen?
  • Kommen Formular-Anfragen und E-Mails an?
  • Ist die Suchmaschinensperre aufgehoben und eine neue Sitemap in der Search Console eingereicht?
  • Zeigt das Google-Unternehmensprofil auf die richtige Adresse?
  • Laufen Tracking und Cookie-Einwilligung korrekt?

Erst danach kündigen Sie den Baukasten. Achten Sie auf die Laufzeit: Viele Tarife verlängern sich jährlich. Prüfen Sie außerdem, ob beim Baukasten noch Daten liegen, die Sie aufbewahren müssen. Bei einem umfassenden Neustart hilft zusätzlich unsere Website-Relaunch-Checkliste.

Was sich nach dem Umzug für Sie ändert

Mit WordPress gewinnen Sie Freiheit, übernehmen aber auch Aufgaben, die vorher der Baukasten erledigt hat. Planen Sie diese von Anfang an ein:

  • Updates: WordPress, Theme und Plugins müssen regelmäßig aktualisiert werden. Sicherheitsupdates des Kerns laufen automatisch, der Rest braucht einen festen Rhythmus.
  • Backups: Beim Baukasten sicherte der Anbieter. Jetzt brauchen Sie eine eigene Lösung mit mehreren Versionen an einem getrennten Ort.
  • Hosting: Leistung und Sicherheit hängen vom gewählten Paket ab. Ein zu kleines Paket macht die neue Website langsamer als die alte.
  • Rechtliches: Cookie-Einwilligung, Datenschutzerklärung und eingebundene Dienste verantworten Sie selbst – die Vorlagen des Baukastens fallen weg.

Viele Betriebe geben diese Aufgaben an eine Website-Wartung ab. Mit welchen laufenden Kosten Sie insgesamt rechnen sollten, ordnet unser Leitfaden Webdesign-Kosten ein.

Wie lange dauert der Umzug?

Das hängt vor allem vom Umfang ab. Eine Website mit einer Handvoll Seiten ist schneller übertragen als ein Auftritt mit Dutzenden Blogbeiträgen und Referenzen. Den meisten Zeitaufwand verursachen in der Praxis nicht Technik und Gestaltung, sondern Entscheidungen: Welche Inhalte bleiben, welche werden überarbeitet, welche Fotos gibt es noch in guter Qualität? Wer diese Fragen früh klärt, verkürzt das Projekt erheblich.

Checkliste für den Umzug zu WordPress

  • Alle alten Adressen sind erfasst und einer neuen Seite zugeordnet.
  • Texte, Bilder, Dokumente und relevante Daten sind lokal gesichert.
  • Domain-Registrierung, E-Mail-Dienst und DNS-Zugriff sind geklärt.
  • Alle bisherigen DNS-Einträge sind dokumentiert, insbesondere die für E-Mail.
  • Die WordPress-Website ist vollständig getestet, inklusive Formularen und Pflichtseiten.
  • 301-Weiterleitungen sind auf dem neuen Server eingerichtet und geprüft.
  • Die Suchmaschinensperre ist aufgehoben, die neue Sitemap eingereicht.
  • Google-Unternehmensprofil, Branchenverzeichnisse und Social-Media-Profile zeigen auf die richtigen Adressen.
  • Der Baukasten wird erst nach erfolgreicher Prüfung gekündigt.
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Häufige Fragen

Kann ich mein Wix- oder Jimdo-Design in WordPress übernehmen?

Nicht direkt, denn Baukasten-Vorlagen lassen sich nicht exportieren. Das Erscheinungsbild kann aber in WordPress nachgebaut werden – mit denselben Farben, Schriften und Aufteilungen, sofern die Schriften lizenziert sind. Viele Betriebe nutzen den Umzug allerdings, um auch die Gestaltung zu überarbeiten, etwa für bessere Lesbarkeit auf dem Smartphone und klarere Kontaktwege.

Verliere ich meine Google-Bewertungen beim Umzug?

Nein. Google-Bewertungen hängen an Ihrem Google-Unternehmensprofil, nicht an der Website. Nach dem Umzug sollten Sie lediglich prüfen, ob die im Profil hinterlegte Website-Adresse noch stimmt. Bewertungs-Widgets, die im Baukasten eingebunden waren, müssen in WordPress neu eingebunden werden – am besten datenschutzfreundlich, also erst nach Einwilligung oder als statischer Hinweis mit Link.

Kann ich WordPress auch bei Wix oder Jimdo hosten?

Nein. Baukästen bieten nur ihr eigenes System an. Für WordPress brauchen Sie ein eigenes Hosting-Paket bei einem Anbieter, der PHP und eine Datenbank bereitstellt. Achten Sie auf Serverstandort, automatische Backups, aktuelle PHP-Versionen und erreichbaren Support. Die Domain kann beim neuen Hoster oder bei einem separaten Domain-Anbieter liegen.

Muss ich den Umzug Google melden?

Bleibt die Domain gleich, gibt es keine gesonderte Meldung. Wichtig sind funktionierende Weiterleitungen, eine aktualisierte XML-Sitemap in der Search Console und die Prüfung zentraler Seiten mit der URL-Prüfung. Das Tool zur Adressänderung brauchen Sie nur, wenn Sie gleichzeitig auf eine neue Domain wechseln. Behalten Sie die Search-Console-Bestätigung bei, damit Ihre Daten erhalten bleiben.

Quellen

  1. Wix Hilfe-Center: Exporting or embedding your Wix site elsewhere – Kein Export zu anderen Hostern, Domains verbinden oder übertragen
  2. Google Search Central: Website mit URL-Änderungen umziehen
  3. Google Search Central: Website ohne URL-Änderungen umziehen – DNS-TTL senken, alten Host erst später abschalten
  4. DENIC: Providerwechsel bei .de-Domains – AuthInfo, 30 Tage gültig
Sebastian NeufeldSEO & IT bei NEUZEITWERBER

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