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WordPress oder Baukasten? Wix, Jimdo & Co. ehrlich verglichen

Baukasten-Systeme versprechen eine Website in wenigen Stunden, WordPress gilt als flexibler, aber aufwendiger. Wir vergleichen beide Wege nach Kosten, Gestaltung, SEO, Datenschutz und Abhängigkeit – und sagen, für wen sich was eignet.

Sebastian NeufeldSEO & IT Aktualisiert am 06.11.2026 8 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist ein Website-Baukasten, was ist WordPress?
  2. Wie verbreitet sind die Systeme?
  3. Der Vergleich im Überblick
  4. Die Stärken eines Baukastens
  5. Die Grenzen eines Baukastens
  6. Die Stärken von WordPress
  7. Die Grenzen von WordPress
  8. Kosten über die Zeit betrachten
  9. Datenschutz: Worauf Sie bei beiden Varianten achten sollten
  10. Und was ist mit SEO?
  11. Für wen eignet sich was?
  12. Checkliste für Ihre Entscheidung
  13. Häufige Fragen
Illustration zum Thema WordPress oder Baukasten? WEBDESIGN
Das Wichtigste in Kürze
  • Baukästen wie Wix oder Jimdo sind gemietete Komplettpakete: schneller Einstieg, wenig Technik – aber begrenzte Freiheit und starke Bindung an den Anbieter.
  • WordPress ist freie Open-Source-Software: maximale Flexibilität und volle Kontrolle, dafür brauchen Sie Hosting, Updates und etwas Pflege.
  • Laut W3Techs nutzen 39,5 % aller Websites WordPress, Wix kommt auf 4,2 %, Jimdo auf 0,3 % (Stand November 2026).
  • Für Google ist das System kein Rankingfaktor. Entscheidend sind Inhalte, Struktur, Ladezeit und Technik – und wie gut sich diese im System umsetzen lassen.
  • Faustregel: kleine, selbst gepflegte Visitenkarten-Website ohne Wachstumspläne → Baukasten kann reichen. Mehrere Leistungen, Standorte, Ratgeber oder Ausbaupläne → WordPress.

Die Frage „WordPress oder Baukasten?“ stellt sich fast jedem Betrieb, der eine neue Website plant. Die Werbung der Baukasten-Anbieter verspricht eine fertige Seite an einem Nachmittag. WordPress-Anhänger halten dagegen, nur ein eigenes System sei zukunftssicher. Beides stimmt teilweise – und beides greift zu kurz.

Wir vergleichen die beiden Wege so neutral wie möglich. Dabei geht es nicht darum, welches System „besser“ ist, sondern welches zu Ihrem Vorhaben, Ihrem Budget und Ihrer Zeit passt.

Was ist ein Website-Baukasten, was ist WordPress?

Baukasten: die gemietete Komplettlösung

Ein Website-Baukasten wie Wix, Jimdo oder Squarespace ist ein Onlinedienst: Sie wählen eine Vorlage, passen sie im Browser per Ziehen und Ablegen an und zahlen eine monatliche oder jährliche Gebühr. Hosting, Sicherheitsupdates und technische Wartung übernimmt der Anbieter. Sie mieten also nicht nur Software, sondern die gesamte Umgebung.

WordPress: das freie System zum Selbstbetreiben

WordPress ist ein Content-Management-System (CMS) und als Open-Source-Software unter der GPL-Lizenz frei verfügbar. Sie dürfen es laut WordPress.org für jeden Zweck einsetzen, untersuchen, verändern und weitergeben. WordPress wird auf einem eigenen Webhosting installiert. Gestaltung und Funktionen kommen über Themes, Page-Builder und Plugins hinzu – oder werden individuell entwickelt.

WordPress.org ist nicht WordPress.com

Wenn in diesem Beitrag von WordPress die Rede ist, meinen wir die freie Software von WordPress.org, die Sie bei einem Hoster Ihrer Wahl betreiben. WordPress.com ist ein kommerzieller Dienst, der WordPress als gehostetes Paket anbietet und in den günstigeren Tarifen eher einem Baukasten ähnelt.

Wie verbreitet sind die Systeme?

Laut den Erhebungen von W3Techs (Stand 6. November 2026) läuft WordPress auf 39,5 % aller Websites und hat unter den Websites mit erkennbarem CMS einen Anteil von 58,2 %. Zum Vergleich: Shopify kommt auf 5,3 % aller Websites, Wix auf 4,2 %, Squarespace auf 2,4 % und Jimdo auf 0,3 %.

Verbreitung allein macht ein System nicht besser. Sie hat aber praktische Folgen: Für WordPress gibt es sehr viele Erweiterungen, Anleitungen und Dienstleister. Wenn Ihre Agentur aufhört oder Sie wechseln wollen, finden Sie leichter jemanden, der übernimmt.

Der Vergleich im Überblick

KriteriumBaukasten (Wix, Jimdo & Co.)WordPress
EinstiegSehr schnell, Vorlage wählen und loslegenInstallation, Theme und Grundeinrichtung nötig
Laufende KostenAbo-Gebühr, Zusatzfunktionen oft kostenpflichtigHosting, ggf. Lizenzen für Premium-Plugins, Pflege
GestaltungsfreiheitInnerhalb der Vorlagen und Module des AnbietersPraktisch unbegrenzt, auch individuelle Entwicklung
FunktionenWas der Anbieter und sein App-Markt bietenSehr große Auswahl an Plugins oder eigene Entwicklung
SEO-GrundlagenSeitentitel, Beschreibungen, URLs meist einstellbarVolle Kontrolle über Technik, Struktur und Auszeichnungen
Wartung und SicherheitÜbernimmt der AnbieterIhre Aufgabe oder die Ihres Dienstleisters
DatenschutzAbhängig von Anbieter, Serverstandort und VertragHoster und Plugins frei wählbar
AnbieterwechselWebsite lässt sich in der Regel nicht mitnehmenUmzug zu jedem Hoster möglich

Die Stärken eines Baukastens

  • Schneller Start: Für eine einfache Website mit wenigen Seiten reichen oft einige Tage Arbeit, ohne dass Sie sich um Server oder Updates kümmern.
  • Kein Technikaufwand: Sicherheitsupdates, Backups und Hosting liegen beim Anbieter.
  • Planbare Kosten: Eine feste Gebühr pro Monat oder Jahr – solange Sie mit dem Funktionsumfang des Tarifs auskommen.
  • Selbst pflegen: Die Bearbeitung im Browser ist meist intuitiv, auch für Menschen ohne Web-Erfahrung.

Die Grenzen eines Baukastens

Der wichtigste Punkt ist die Bindung an den Anbieter. Wix schreibt in seinem Hilfe-Center ausdrücklich, dass eine Website auf den Servern von Wix gehostet und betrieben werden muss, weil die Architektur kein externes Hosting unterstützt. Wer wechseln will, nimmt Texte und Bilder mit, muss die Website aber woanders neu aufbauen. Ähnliches gilt grundsätzlich für andere Baukästen.

Weitere Grenzen, die uns in der Praxis begegnen:

  • Gestaltung im Rahmen der Vorlagen: Was das System nicht vorsieht, lässt sich oft nur mit Umwegen oder gar nicht umsetzen.
  • Wachstum: Viele Leistungsseiten, mehrere Standorte, ein Ratgeber-Bereich oder mehrsprachige Inhalte stoßen schneller an Grenzen.
  • Technische Feinheiten: Bei Ladezeit, Code-Qualität, Weiterleitungen oder strukturierten Daten haben Sie weniger Einfluss.
  • Preisentwicklung: Wichtige Funktionen hängen am Tarif. Ändert der Anbieter Preise oder Pakete, haben Sie wenig Verhandlungsspielraum.
Domain getrennt halten

Registrieren Sie Ihre Domain möglichst unabhängig vom Baukasten oder achten Sie darauf, dass sie sich übertragen lässt. Dann können Sie das System wechseln, ohne Ihre Adresse und die E-Mails zu verlieren. Wie ein späterer Umzug abläuft, beschreiben wir im Beitrag Von Wix oder Jimdo zu WordPress umziehen.

Die Stärken von WordPress

  • Kontrolle: Sie besitzen die Website. Inhalte, Dateien und Datenbank lassen sich jederzeit sichern und zu einem anderen Hoster umziehen.
  • Flexibilität: Vom einfachen Auftritt bis zu Ratgeber, Stellenbörse, mehreren Sprachen oder Shop ist alles umsetzbar.
  • Großes Ökosystem: Viele Erweiterungen, Anleitungen und Dienstleister. Sie sind nicht von einer einzigen Agentur abhängig.
  • Technische Feinsteuerung: Ladezeit, Weiterleitungen, Auszeichnungen für Suchmaschinen und Datenschutz-Einstellungen lassen sich genau steuern.

Die Grenzen von WordPress

Freiheit bedeutet Verantwortung. WordPress braucht ein passendes Hosting – WordPress.org empfiehlt aktuell unter anderem PHP ab Version 8.3, MySQL ab 8.0 oder MariaDB ab 10.11 und HTTPS. Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten, erklärt unser Beitrag Webhosting wählen.

Dazu kommen regelmäßige Updates von WordPress, Theme und Plugins. Wer sie vernachlässigt, riskiert Sicherheitslücken. Und: Zu viele oder schlecht gepflegte Plugins machen eine Seite langsam und anfällig. Welche Schutzmaßnahmen sinnvoll sind, steht im Beitrag WordPress absichern.

Praxistipp: Wartung von Anfang an mitplanen

Eine WordPress-Website ohne Pflege ist wie ein Firmenwagen ohne Inspektion. Klären Sie vor dem Start, wer Updates einspielt, Backups prüft und bei Problemen erreichbar ist – Sie selbst, ein Mitarbeiter oder ein Dienstleister.

WordPress-Website mit Betreuung?

Wir bauen und pflegen WordPress-Seiten so, dass Sie sich um Updates nicht kümmern müssen.

WordPress Agentur

Kosten über die Zeit betrachten

Beim ersten Blick wirkt ein Baukasten fast immer günstiger: keine Projektkosten, nur eine überschaubare Gebühr. Für einen fairen Vergleich sollten Sie aber einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren betrachten und alle Posten einbeziehen:

  • Baukasten: Abo-Gebühr für den benötigten Tarif, kostenpflichtige Zusatz-Apps, eventuell Domain und E-Mail-Postfächer, dazu Ihre eigene Arbeitszeit für Aufbau und Pflege.
  • WordPress: Einmalige Kosten für Konzept, Gestaltung und Umsetzung, laufend Hosting, Lizenzen für Premium-Erweiterungen und Wartung – entweder als Dienstleistung oder als eigene Arbeitszeit.

Vergessen Sie dabei nicht den teuersten Posten, den kaum jemand einplant: einen späteren Neuaufbau, weil das gewählte System nicht mehr passt. Wer absehbar wachsen will, spart oft, wenn er gleich auf eine ausbaufähige Lösung setzt.

Datenschutz: Worauf Sie bei beiden Varianten achten sollten

Unabhängig vom System verarbeitet Ihre Website personenbezogene Daten – spätestens über das Kontaktformular. Prüfen Sie deshalb, wo der Anbieter die Daten verarbeitet, ob er einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO anbietet und welche Dienste von Drittanbietern standardmäßig eingebunden sind. Bei WordPress haben Sie die Wahl des Hosters und der Plugins selbst in der Hand, tragen dafür aber auch die Verantwortung für deren Auswahl. Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.

Und was ist mit SEO?

Google bewertet Seiten, nicht Systeme. Ob eine Website mit WordPress, Wix oder einem anderen System gebaut ist, spielt für das Ranking an sich keine Rolle. Entscheidend sind Inhalte, Seitenstruktur, Ladezeit, saubere Technik und Signale wie Verlinkungen.

Der Unterschied liegt in der Umsetzbarkeit. Ein Baukasten deckt die Grundlagen – eigene Seitentitel, Beschreibungen, sprechende URLs – heute in aller Regel ab. Sobald es um Details geht, etwa individuelle Weiterleitungsregeln, strukturierte Daten für mehrere Standorte, Ladezeit-Optimierung bis ins Letzte oder ein umfangreiches Themencluster mit vielen Unterseiten, haben Sie mit WordPress mehr Spielraum.

Für wen eignet sich was?

Ein Baukasten kann reichen, wenn …

  • Sie eine kleine Website mit wenigen Seiten brauchen, etwa für ein Nebengewerbe, eine Neugründung oder einen Verein,
  • Sie die Seite selbst bauen und pflegen möchten und keine Agentur einbinden wollen,
  • keine besonderen Funktionen oder Wachstumspläne absehbar sind.

WordPress ist meist die bessere Wahl, wenn …

  • Sie mehrere Leistungen, Standorte oder Zielgruppen mit eigenen Unterseiten abbilden wollen,
  • die Website ein wichtiger Kanal für Anfragen oder Bewerbungen ist und bei Google gefunden werden soll,
  • Sie einen Ratgeber, Stellenangebote, Mehrsprachigkeit oder Anbindungen an andere Software planen,
  • Sie unabhängig von einem einzelnen Anbieter bleiben möchten.

Für Betriebe, die mit einer Agentur arbeiten, ist WordPress in der Praxis häufig die naheliegende Wahl, weil Gestaltung, Technik und Pflege dann aus einer Hand kommen. Was das jeweils kostet, hängt stark vom Umfang ab; eine Einordnung liefert unser Leitfaden Webdesign-Kosten. Wenn Sie den Aufbau lieber abgeben möchten, finden Sie Details auf der Seite Website erstellen lassen.

Checkliste für Ihre Entscheidung

  • Wie viele Seiten braucht die Website heute – und in drei Jahren?
  • Wer baut und pflegt die Website: Sie selbst oder ein Dienstleister?
  • Welche Funktionen sind nötig (Formulare, Termine, Stellen, Sprachen, Shop)?
  • Wie wichtig ist es, bei Google für mehrere Leistungen und Orte gefunden zu werden?
  • Wo werden Daten verarbeitet, und gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?
  • Können Sie die Website später mitnehmen, wenn Sie wechseln wollen?
  • Wer kümmert sich um Updates, Backups und Sicherheit?
  • Liegt die Domain auf Ihren Namen und lässt sie sich übertragen?
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Häufige Fragen

Gibt es Alternativen zu WordPress und Baukästen?

Ja. Neben WordPress gibt es weitere Open-Source-Systeme wie TYPO3, das vor allem bei größeren Organisationen verbreitet ist, oder Joomla. Für Shops sind spezialisierte Systeme wie Shopify oder Shopware üblich. Außerdem gibt es professionelle Website-Werkzeuge wie Webflow, die zwischen Baukasten und CMS liegen. Für typische Handwerks- und Dienstleistungswebsites sind WordPress und Baukästen aber die gängigsten Optionen.

Ist WordPress unsicher, weil es so verbreitet ist?

Die Verbreitung macht WordPress zu einem häufigen Angriffsziel, aber nicht automatisch unsicher. Die meisten Probleme entstehen durch veraltete Plugins und Themes, schwache Passwörter oder unsichere Hosting-Umgebungen. Wer Updates zeitnah einspielt, nur gepflegte Erweiterungen nutzt, Zugänge absichert und regelmäßige Backups hat, kann WordPress sicher betreiben. Entscheidend ist, dass jemand diese Aufgaben verlässlich übernimmt.

Kann ich mit einem Baukasten später noch zu WordPress wechseln?

Ja, aber es ist ein Neuaufbau, kein Knopfdruck. Texte und Bilder lassen sich übernehmen, Gestaltung und Struktur müssen in WordPress neu umgesetzt werden. Wichtig ist, alte Adressen per Weiterleitung auf die neuen zu leiten, damit Rankings und Links nicht verloren gehen. Je größer die Baukasten-Website geworden ist, desto aufwendiger wird der Umzug.

Kann ich eine WordPress-Website selbst pflegen?

Ja. Texte, Bilder, Stellenangebote oder Referenzen lassen sich in WordPress ohne Programmierkenntnisse ändern, besonders mit einem Page-Builder oder dem Block-Editor. Eine kurze Einweisung nach dem Livegang hilft. Technische Aufgaben wie Updates, Backups und Sicherheit können Sie ebenfalls selbst übernehmen oder an einen Dienstleister abgeben, damit im Alltag nichts liegen bleibt.

Quellen

  1. W3Techs: Usage statistics of content management systems – Marktanteile, abgerufen am 06.11.2026
  2. Wix Hilfe-Center: Deine Website von Wix exportieren oder an anderer Stelle einbetten
  3. WordPress.org: About WordPress – Lizenz (GPL) und Freiheiten
  4. WordPress.org: Requirements – Empfohlene Server-Voraussetzungen
Sebastian NeufeldSEO & IT bei NEUZEITWERBER

Sebastian Neufeld verantwortet bei NEUZEITWERBER SEO und die technische Umsetzung – von Ladezeit und Indexierung bis zur Sichtbarkeit in KI-Suchen.

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