Google-Ads-Anzeigentexte schreiben: Responsive Suchanzeigen und Assets
Eine Suchanzeige hat wenige Zeichen, um zu überzeugen. Wir zeigen, wie responsive Suchanzeigen aufgebaut sind, wie Sie Anzeigentitel und Textzeilen formulieren, welche Assets sich lohnen und welche Regeln Google bei Anzeigentexten vorgibt.
Inhaltsverzeichnis
- So ist eine responsive Suchanzeige aufgebaut
- Anzeigentitel schreiben: fünf Aufgaben
- Beispiel: Anzeigentitel für eine Anzeigengruppe
- Textzeilen: Platz für Details
- Anpinnen: wann es sinnvoll ist
- Assets: mehr Fläche, mehr Information
- Automatisch erstellte Texte prüfen
- Richtlinien: was Google nicht zulässt
- Testen und verbessern
- Checkliste: Anzeigentexte
- Häufige Fragen
- Eine responsive Suchanzeige besteht aus bis zu 15 Anzeigentiteln mit je 30 Zeichen, bis zu 4 Textzeilen mit je 90 Zeichen und zwei Pfadfeldern mit je 15 Zeichen.
- Google kombiniert die Bausteine automatisch. Jeder Anzeigentitel muss deshalb allein und in beliebiger Kombination verständlich sein.
- Gute Anzeigentitel decken verschiedene Aufgaben ab: Leistung und Keyword, Ort, Nutzen, Beleg, Handlungsaufforderung.
- Assets wie Sitelinks, Zusatzinformationen, Anruf und Standort machen Anzeigen größer und informativer – sie erscheinen aber nur, wenn Google eine bessere Leistung erwartet.
- Google empfiehlt mindestens zwei responsive Suchanzeigen pro Anzeigengruppe und sparsames Anpinnen. Telefonnummern im Anzeigentext sind nicht zulässig.
Zwischen Suchanfrage und Klick liegen oft nur ein, zwei Sekunden. In dieser Zeit entscheidet eine Suchanzeige mit einer Handvoll Wörtern, ob jemand bei Ihnen landet oder beim Mitbewerber. Gute Anzeigentexte sind deshalb kein Nebenschauplatz, sondern einer der wichtigsten Hebel in Google Ads.
Seit Google nur noch responsive Suchanzeigen zur Neuerstellung anbietet, hat sich das Schreiben verändert: Sie liefern Bausteine, Google setzt sie zusammen. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie diese Bausteine so formulieren, dass jede Kombination funktioniert.
So ist eine responsive Suchanzeige aufgebaut
Eine responsive Suchanzeige besteht aus mehreren Text-Bausteinen, aus denen Google bei jeder Suche eine passende Kombination auswählt. Laut Google-Hilfe gelten diese Grenzen:
| Baustein | Anzahl | Zeichen je Baustein | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Anzeigentitel | 3 bis 15 | 30 | Bis zu drei werden gleichzeitig angezeigt |
| Textzeilen (Beschreibungen) | 2 bis 4 | 90 | Meist werden eine oder zwei angezeigt |
| Pfad (Anzeige-URL) | 2 Felder | 15 | Ergänzt die Domain, etwa /bad/sanierung |
| Finale URL | 1 | – | Die Landingpage, auf die der Klick führt |
Laut Google werden Anzeigentitel 1 und Textzeile 1 normalerweise vollständig gezeigt; Anzeigentitel 2 und 3 sowie Textzeile 2 erscheinen nicht immer. Daraus folgt die wichtigste Regel: Jeder Baustein muss für sich stehen können. Ein Anzeigentitel wie „und das zum Festpreis“ funktioniert nur, wenn ein bestimmter anderer davor steht – und darauf haben Sie keinen Einfluss.
Anzeigentitel schreiben: fünf Aufgaben
Statt fünfzehn Varianten desselben Satzes zu schreiben, verteilen Sie die Anzeigentitel auf unterschiedliche Aufgaben. So kann Google für jede Suche eine sinnvolle Kombination finden, und die Anzeigeneffektivität profitiert von der Vielfalt.
1. Leistung und Keyword
Mindestens zwei, drei Anzeigentitel greifen das Thema der Anzeigengruppe auf, idealerweise mit dem vollständigen Keyword: „Badsanierung aus einer Hand“, „Komplettbad vom Fachbetrieb“. Google nennt die Keyword-Relevanz ausdrücklich als Faktor der Anzeigeneffektivität.
2. Ort und Einzugsgebiet
Für lokale Betriebe ist der Ortsbezug oft das stärkste Argument: „Ihr Elektriker in Fellbach“, „Einsatz im ganzen Rems-Murr-Kreis“. Er zeigt sofort, dass Sie erreichbar sind.
3. Nutzen und Unterschied
Was haben Kunden konkret davon? „Festpreis nach Vor-Ort-Termin“, „Termin meist in der Folgewoche“, „Alles aus einer Hand: Planung bis Fliese“. Nennen Sie nur, was Sie zuverlässig einhalten.
4. Belege
Vertrauen entsteht durch Nachprüfbares: Meisterbetrieb, Innungsmitglied, Gründungsjahr, Zertifizierungen. Bewertungsangaben sollten nur auftauchen, wenn sie aktuell und belegbar sind.
5. Handlungsaufforderung
Sagen Sie, was als Nächstes passiert: „Jetzt Rückruf anfordern“, „Angebot in 3 Schritten anfragen“, „Beratungstermin vereinbaren“. Mehr zur Formulierung von Handlungsaufforderungen steht im Beitrag Call-to-Action gestalten.
Schreiben Sie zu jedem Keyword die Frage auf, die hinter der Suche steht. Bei „heizung ausgefallen“ lautet sie: „Wer hilft mir schnell?“ Bei „wärmepumpe förderung“: „Lohnt sich das, und wer kümmert sich um den Antrag?“ Mindestens ein Anzeigentitel sollte genau diese Frage beantworten.
Beispiel: Anzeigentitel für eine Anzeigengruppe
Wie die fünf Aufgaben zusammenspielen, zeigt ein Beispiel für einen Heizungsbetrieb mit der Anzeigengruppe „Heizungswartung“. Die Formulierungen sind Muster – übernehmen Sie nur Aussagen, die für Ihren Betrieb stimmen.
| Aufgabe | Beispiel-Anzeigentitel |
|---|---|
| Leistung und Keyword | Heizungswartung vom Meister Gasheizung warten lassen Wartung für Öl- und Gasheizung |
| Ort | Heizungswartung in Waiblingen Im ganzen Rems-Murr-Kreis |
| Nutzen | Weniger Ausfälle im Winter Wartungstermin nach Wunsch Erinnerung zum nächsten Termin |
| Belege | Meisterbetrieb, eigenes Team Innungsfachbetrieb |
| Handlungsaufforderung | Jetzt Wartungstermin anfragen Rückruf zur Wunschzeit |
Jeder dieser Anzeigentitel bleibt unter 30 Zeichen und ergibt mit jedem anderen eine sinnvolle Anzeige. Prüfen Sie Ihre eigenen Varianten genauso: Würde die Anzeige auch dann funktionieren, wenn Google nur zwei zufällige Titel aus Ihrer Liste kombiniert? Wenn nein, formulieren Sie den betreffenden Titel um. Zählen Sie Leerzeichen und Satzzeichen mit – Google Ads zeigt die verbleibenden Zeichen beim Eingeben an, und eine einfache Tabelle mit Zeichenzählung hilft beim Vorbereiten größerer Mengen. Ein Vorteil der Aufteilung nach Aufgaben: Sie sehen in den Asset-Berichten schnell, welche Art von Aussage am häufigsten ausgeliefert wird, und können gezielt nachschärfen.
Textzeilen: Platz für Details
Die bis zu vier Textzeilen mit je 90 Zeichen ergänzen die Anzeigentitel. Hier ist Raum für das, was in 30 Zeichen nicht passt:
- Leistungsumfang: „Von der Planung über Demontage bis zur fertigen Dusche – ein Ansprechpartner für alle Gewerke.“
- Ablauf: „Anfrage stellen, Vor-Ort-Termin vereinbaren, verbindliches Festpreisangebot erhalten.“
- Vertrauen: „Meisterbetrieb seit 1998 mit eigenem Team, keine Subunternehmer.“ – sofern das zutrifft.
- Handlungsaufforderung am Ende mindestens einer Textzeile.
Auch Textzeilen werden kombiniert. Vermeiden Sie Formulierungen, die eine bestimmte andere Zeile voraussetzen, und wiederholen Sie nicht wörtlich, was schon in den Anzeigentiteln steht.
Anpinnen: wann es sinnvoll ist
Mit dem Anpinnen legen Sie fest, dass ein Baustein immer an einer bestimmten Position erscheint – Anzeigentitel an Position 1, 2 oder 3, Textzeilen an Position 1 oder 2. Google rät den meisten Werbetreibenden davon ab, weil es die Zahl der möglichen Kombinationen stark einschränkt. Zudem werden laut Google an Position 3 angepinnte Anzeigentitel und an Position 2 angepinnte Textzeilen nicht immer angezeigt.
Sinnvoll ist das Anpinnen vor allem bei Pflichtangaben, etwa rechtlich vorgeschriebenen Hinweisen, oder wenn eine bestimmte Aussage aus Markengründen immer sichtbar sein muss. Pinnen Sie dann mehrere Varianten an dieselbe Position, damit Google noch Auswahl hat.
Wir schreiben Anzeigentexte und Assets, die zu Suche, Leistung und Landingpage passen.
Assets: mehr Fläche, mehr Information
Assets – früher „Anzeigenerweiterungen“ – ergänzen die Anzeige um zusätzliche Informationen. Für Suchanzeigen stehen laut Google unter anderem diese Typen zur Verfügung:
| Asset | Inhalt | Nutzen für Betriebe |
|---|---|---|
| Sitelinks | Zusätzliche Links zu Unterseiten | Direkt zu Leistungen, Referenzen oder Kontakt |
| Zusatzinformationen | Kurze Merkmale ohne Link | „Meisterbetrieb“, „Kostenlose Anfahrt im Umkreis“ |
| Snippets | Liste zu einer Kategorie, etwa „Leistungen“ | Überblick über das Angebot |
| Anruf | Telefonnummer mit Anruf-Schaltfläche | Direkter Kontakt, messbar als Anruf-Conversion |
| Standort | Adresse, Entfernung, Route | Vertrauen und Orientierung für lokale Suchen |
| Bild | Bilder neben der Anzeige | Echte Projektfotos fallen auf |
| Preise, Angebote, Lead-Formular | Preisbeispiele, Aktionen, Formular in der Anzeige | Je nach Geschäftsmodell |
Wichtig: Assets erscheinen nicht immer. Google blendet sie nur ein, wenn sie voraussichtlich die Leistung verbessern und Position und Anzeigenrang ausreichen. Legen Sie Assets möglichst auf Konto- oder Kampagnenebene an und ergänzen Sie spezielle Varianten auf Anzeigengruppenebene. Für die Anzeigeneffektivität empfiehlt Google unter anderem mindestens sechs Sitelinks und mindestens vier Bild-Assets.
Automatisch erstellte Texte prüfen
Mit der Textanpassung – Teil von AI Max für Suchkampagnen und früher als „automatisch erstellte Assets“ bekannt – erstellt Google zusätzliche Anzeigentitel und Textzeilen aus Ihren Anzeigen, Ihrer Landingpage und weiteren Assets. Google hat angekündigt, Suchkampagnen mit automatisch erstellten Assets ab September 2026 auf AI Max umzustellen.
Das kann Lücken füllen, birgt aber Risiken: Generierte Texte können Leistungen nennen, die Sie nicht mehr anbieten, oder Aussagen zuspitzen. Prüfen Sie deshalb regelmäßig, welche Texte ausgeliefert werden, und entfernen Sie unpassende. Bei sensiblen Branchen oder strengen Werberegeln, etwa bei Heilberufen, sollte die Textanpassung besonders kritisch geprüft werden.
Richtlinien: was Google nicht zulässt
Google prüft Anzeigen vor der Auslieferung. Die redaktionellen Richtlinien schließen unter anderem aus:
- Telefonnummern im Anzeigentext – dafür gibt es das Anruf-Asset.
- Wiederholte Satzzeichen oder Symbole wie „Jetzt anrufen!!“ oder Sternchen zur Hervorhebung.
- Unübliche Großschreibung oder Schreibweisen wie „B.A.D.S.A.N.I.E.R.U.N.G“.
- Fehlende oder überflüssige Leerzeichen zur Aufmerksamkeitssteigerung.
Neben den Google-Richtlinien gilt das Wettbewerbsrecht. Spitzenstellungen wie „bester Elektriker der Region“ oder Versprechen wie „sofort vor Ort“ müssen belegbar und einhaltbar sein. Formulieren Sie lieber konkret und überprüfbar. Im Einzelfall ist eine rechtliche Prüfung sinnvoll; dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.
Testen und verbessern
Google empfiehlt mindestens zwei responsive Suchanzeigen pro Anzeigengruppe, jeweils mit „Gut“ oder „Sehr gut“ bewerteter Anzeigeneffektivität. Nach einer Google-internen Auswertung von August 2025 war eine zweite Anzeige pro Anzeigengruppe im Schnitt mit rund 6,6 % mehr Conversions verbunden. Unterscheiden sich die beiden Anzeigen im Ansatz – etwa Preis und Ablauf gegenüber Erfahrung und Belegen –, lernen Sie mehr als bei zwei fast gleichen Varianten.
Die Anzeigeneffektivität ist dabei eine Schreibhilfe, kein Rankingfaktor: Laut Google beeinflusst sie weder den Anzeigenrang noch den Qualitätsfaktor. Entscheidend ist, welche Anzeigen zu Anfragen führen. Die Asset-Berichte zeigen, wie oft einzelne Bausteine ausgeliefert werden und welche Kombinationen am häufigsten erscheinen.
Und schließlich: Die beste Anzeige hilft wenig, wenn die Landingpage das Versprechen nicht einlöst. Was die Anzeige ankündigt, sollte oben auf der Zielseite wieder auftauchen. Wie das gelingt, erklärt der Beitrag Aufbau einer Landingpage.
Checkliste: Anzeigentexte
- Jede Anzeigengruppe hat mindestens zwei responsive Suchanzeigen.
- Die Anzeigentitel decken Leistung, Ort, Nutzen, Belege und Handlungsaufforderung ab.
- Das Haupt-Keyword steht vollständig in mindestens einem Anzeigentitel.
- Jeder Baustein ist allein verständlich, keiner setzt einen anderen voraus.
- Anpinnen nur dort, wo es nötig ist – und dann mit mehreren Varianten.
- Sitelinks, Zusatzinformationen, Anruf- und Standort-Assets sind hinterlegt.
- Keine Telefonnummer, keine doppelten Satzzeichen, keine Effekt-Großschreibung im Text.
- Alle Aussagen sind belegbar und werden eingehalten.
- Automatisch erstellte Texte werden regelmäßig geprüft.
- Die Landingpage greift die Botschaft der Anzeige auf.
Häufige Fragen
Gibt es noch erweiterte Textanzeigen?
Neue erweiterte Textanzeigen lassen sich in Google Ads seit einigen Jahren nicht mehr erstellen. Bestehende Anzeigen dieses Typs können in älteren Konten noch laufen, aber nicht mehr bearbeitet werden. Für neue Anzeigen sind responsive Suchanzeigen der Standard. Wenn in Ihrem Konto noch alte Textanzeigen aktiv sind, ist das ein guter Anlass, die Anzeigengruppen zu überarbeiten.
Sollte ich Preise in den Anzeigentext schreiben?
Ein Preis kann unpassende Klicks herausfiltern und Vertrauen schaffen, wenn er verlässlich ist – etwa ein Festpreis für eine klar umrissene Leistung. Bei individuell kalkulierten Aufträgen ist ein Hinweis auf das Vorgehen meist besser, zum Beispiel „Festpreisangebot nach Vor-Ort-Termin“. Wichtig ist, dass der Preis auch auf der Landingpage steht und die Pflichtangaben zur Preisangabe eingehalten werden.
Wie oft sollte ich Anzeigentexte ändern?
Nicht zu oft. Jede Änderung braucht Zeit und Daten, bis sich ein Effekt zeigt. Bewährt hat sich, einmal im Quartal die Asset-Berichte zu prüfen, schwache Bausteine zu ersetzen und neue Ansätze zu testen. Bei saisonalen Leistungen, Aktionen oder geänderten Angeboten passen Sie die Texte natürlich sofort an, damit keine veralteten Versprechen ausgeliefert werden.
Quellen
- Google Ads-Hilfe: Responsive Suchanzeigen – Zeichenlimits, Anpinnen, interne Auswertung August 2025
- Google Ads-Hilfe: Anzeigeneffektivität
- Google Ads-Hilfe: Assets für Suchanzeigen
- Google Werberichtlinien: Redaktionelle Richtlinien
- Google Ads-Hilfe: AI Max für Suchkampagnen – Textanpassung
- Google Blog: Upgrade auf AI Max 2026
H. Kiassif leitet das Marketing bei NEUZEITWERBER und betreut Websites, Kampagnen und Anfragestrecken für Betriebe aus Handwerk und Mittelstand.