Was gehört auf die Startseite? Aufbau, Elemente und Beispiele
Die Startseite entscheidet in wenigen Sekunden, ob Besucher bleiben oder zurück zu Google gehen. Wir zeigen, welche Bausteine eine Unternehmens-Startseite braucht, in welcher Reihenfolge – und welche Fehler wir in der Praxis immer wieder sehen.
Inhaltsverzeichnis
- Welche Aufgabe hat die Startseite?
- Die Elemente einer Startseite im Überblick
- Der Bereich ohne Scrollen: Hauptaussage und Button
- Vertrauen aufbauen: Bewertungen, Referenzen, Team
- Leistungen zeigen und richtig verlinken
- Ablauf, Kundenstimmen und häufige Fragen
- Kontakt und Footer: der Abschluss
- Bewährter Aufbau in 10 Schritten
- Die häufigsten Fehler auf Startseiten
- Startseite und SEO: Was Google sehen sollte
- Checkliste für Ihre Startseite
- Häufige Fragen
- Die Startseite muss in wenigen Sekunden drei Fragen beantworten: Wer sind Sie, was bieten Sie an, und was soll der Besucher als Nächstes tun?
- Der Bereich ohne Scrollen ist der wichtigste: In einer Eyetracking-Studie der Nielsen Norman Group lagen dort 57 % der Betrachtungszeit.
- Bewährter Aufbau: Kopfzeile, Hauptaussage mit Handlungsaufforderung, Vertrauensbeweise, Leistungen, Vorteile, Referenzen, Ablauf, Kundenstimmen, FAQ, Kontakt, Footer.
- Die Startseite verteilt Besucher auf Ihre Leistungsseiten – sie muss nicht jede Leistung im Detail erklären und nicht für jedes Keyword ranken.
- Häufigste Fehler: austauschbare Werbefloskeln, Slider, fehlende Telefonnummer, zu viele gleichwertige Buttons und lange Ladezeiten.
Fragt man Inhaber, was auf ihre Startseite soll, kommt meist eine lange Liste: Firmengeschichte, alle Leistungen, Zertifikate, Neuigkeiten, Stellenangebote. Fragt man Besucher, wollen sie vor allem eines wissen: Bin ich hier richtig – und wie geht es weiter? Eine gute Startseite bringt beides zusammen. Sie ist kein Archiv, sondern ein Wegweiser.
In diesem Leitfaden gehen wir die Bereiche einer Unternehmens-Startseite der Reihe nach durch – mit Formulierungsbeispielen aus Handwerk und Mittelstand, einer Übersichtstabelle und einer Checkliste am Ende.
Welche Aufgabe hat die Startseite?
Die Startseite ist selten die einzige Seite, die Besucher sehen – aber oft die, auf der sie sich entscheiden. Wer über Google, eine Visitenkarte oder eine Empfehlung kommt, möchte schnell einordnen können, ob ein Unternehmen passt. Die Nielsen Norman Group, eines der bekanntesten Usability-Institute, fasst die Grundprinzipien guter Startseiten so zusammen: klar zeigen, wer Sie sind und was Sie tun, Inhalte an konkreten Beispielen sichtbar machen, Besucher zu den nächsten Schritten führen und die Seite einfach halten.
Daraus ergeben sich drei Aufgaben:
- Orientierung geben: Was bietet das Unternehmen an, für wen und wo?
- Vertrauen aufbauen: Warum sollte ich ausgerechnet hier anfragen?
- Weiterleiten: Wo finde ich Details, und wie nehme ich Kontakt auf?
Eine Landingpage verfolgt genau ein Ziel, etwa Anfragen für eine bestimmte Leistung aus einer Anzeige. Die Startseite muss dagegen unterschiedliche Besucher abholen – Neukunden, Bestandskunden, Bewerber – und sie zur richtigen Unterseite schicken.
Die Elemente einer Startseite im Überblick
Nicht jedes Unternehmen braucht jeden Baustein. Die folgende Übersicht zeigt, was sich bei Firmenwebsites bewährt hat und was optional ist.
| Bereich | Zweck | Einordnung |
|---|---|---|
| Kopfzeile mit Logo, Navigation, Telefon | Orientierung und schneller Kontakt | Pflicht |
| Hauptaussage mit Handlungsaufforderung | In Sekunden klären, was Sie anbieten | Pflicht |
| Vertrauensleiste (Bewertungen, Siegel) | Erster Beleg, dass andere zufrieden sind | Empfohlen |
| Leistungen als Kacheln mit Links | Besucher zur passenden Unterseite führen | Pflicht |
| Vorteile / „Warum wir“ | Unterschied zum Wettbewerb benennen | Empfohlen |
| Referenzen und Projekte | Ergebnisse zeigen statt behaupten | Empfohlen |
| Ablauf der Zusammenarbeit | Unsicherheit vor dem ersten Kontakt nehmen | Optional |
| Kundenstimmen | Erfahrungen in den Worten echter Kunden | Empfohlen |
| Häufige Fragen | Einwände vorwegnehmen | Optional |
| Kontakt-Aufforderung am Ende | Zweite Chance für alle, die bis unten lesen | Pflicht |
| Footer mit Impressum und Datenschutz | Pflichtangaben und Navigation | Pflicht |
Der Bereich ohne Scrollen: Hauptaussage und Button
Der obere Bildschirmbereich – im Fachjargon above the fold – bekommt die meiste Aufmerksamkeit. In einer Eyetracking-Studie der Nielsen Norman Group aus dem Jahr 2018 entfielen 57 % der Betrachtungszeit auf diesen Bereich und 74 % auf die ersten beiden Bildschirmhöhen. Menschen scrollen also durchaus – aber was oben steht, entscheidet, ob sie es tun.
- Telefonnummer und Anfrage-Button in der Kopfzeile
- Überschrift mit Leistung und Ort
- Unterzeile mit Nutzen und Details
- Ein Haupt-Button, ein zurückhaltender zweiter Button
- Vertrauenselemente: Bewertungen, Zertifikat, Festpreis
- Echtes Foto aus der Arbeit statt Stockbild
Die Hauptüberschrift
Die wichtigste Zeile der Seite sagt in einfachen Worten, was Sie tun und für wen. Werbefloskeln wie „Ihr kompetenter Partner“ oder „Qualität, die überzeugt“ beantworten diese Frage nicht. Besser:
- Statt „Ihr Partner für Qualität und Service“ – besser „Badsanierung aus einer Hand in Stuttgart und Umgebung“
- Statt „Wir leben Elektrotechnik“ – besser „Elektroinstallation, Photovoltaik und Wallboxen für Privat- und Gewerbekunden“
Darunter folgt eine Unterzeile mit dem wichtigsten Nutzen oder Unterscheidungsmerkmal, etwa „Festpreis nach Vor-Ort-Termin, Ausführung in drei Wochen“.
Die Handlungsaufforderung
Direkt sichtbar gehört ein klarer Button mit einer konkreten Aufschrift: „Angebot anfordern“, „Rückruf vereinbaren“ oder „Termin buchen“. Ein zweiter, zurückhaltender gestalteter Button kann zu den Leistungen führen. Mehr als zwei Buttons nebeneinander überfordern eher, als dass sie helfen.
Bild statt Slider
Ein echtes Foto Ihres Teams, Ihres Betriebs oder eines fertigen Projekts wirkt glaubwürdiger als Stockbilder. Automatisch wechselnde Bild-Slider sehen wir in der Praxis kritisch: Sie verteilen die Aufmerksamkeit auf mehrere Aussagen, laden langsamer und die hinteren Folien sieht kaum jemand. Ein starkes Bild mit einer klaren Aussage reicht.
Zeigen Sie die Startseite fünf Sekunden lang jemandem, der Ihr Unternehmen nicht kennt, und fragen Sie danach: Was bietet die Firma an, und was würden Sie als Nächstes tun? Kommen unklare Antworten, liegt es fast immer an Überschrift oder Button.
Vertrauen aufbauen: Bewertungen, Referenzen, Team
Bevor jemand anfragt, sucht er Belege. Die Gestaltung spielt dabei mit: In einer Studie des Stanford Web Credibility Project bezogen 46,1 % der Teilnehmenden die optische Gestaltung einer Website in ihr Urteil über deren Glaubwürdigkeit ein. Die Studie stammt von 2002, die Grundaussage bestätigt sich aber in der Praxis bis heute: Ein gepflegter Auftritt öffnet die Tür, Belege überzeugen.
Wirksame Vertrauenselemente auf der Startseite sind:
- Bewertungen von Google oder Bewertungsplattformen – mit Durchschnittswert und Anzahl, idealerweise verlinkt.
- Referenzprojekte mit Bild, Ort und einem Satz zum Ergebnis.
- Das Team mit echten Fotos und Namen. Gerade im Handwerk wollen Kunden wissen, wer zu ihnen nach Hause kommt.
- Mitgliedschaften und Zertifikate, sofern sie für Kunden eine Bedeutung haben (Innung, Meisterbetrieb, Fachverband).
- Konkrete Fakten wie Gründungsjahr, Einzugsgebiet oder Reaktionszeit – aber nur, wenn sie stimmen und belegbar sind.
Aussagen wie „Marktführer“, „Nr. 1“ oder „100 % Kundenzufriedenheit“ müssen belegbar sein. Unbelegte Spitzenstellungsbehauptungen können wettbewerbsrechtlich angreifbar sein – und wirken auf Besucher ohnehin eher misstrauisch.
Leistungen zeigen und richtig verlinken
Die Startseite muss nicht jede Leistung im Detail erklären. Ihre Aufgabe ist, einen Überblick zu geben und Besucher auf die passende Unterseite zu schicken. Bewährt haben sich drei bis acht Kacheln mit kurzer Beschreibung und einem eindeutigen Link wie „Mehr zur Badsanierung“ – „Mehr erfahren“ allein sagt Besuchern und Suchmaschinen wenig.
Wer viele Leistungen anbietet, fasst sie zu Gruppen zusammen. Ein Dachdecker zeigt zum Beispiel „Steildach“, „Flachdach“, „Dachfenster“ und „Reparatur & Notdienst“ – nicht zwanzig einzelne Arbeiten.
Wir planen Struktur, Texte und Gestaltung so, dass Besucher schneller anfragen.
Ablauf, Kundenstimmen und häufige Fragen
Je weiter Besucher scrollen, desto ernster ist ihr Interesse. Jetzt geht es darum, die letzten Unsicherheiten auszuräumen:
- Ablauf in drei bis fünf Schritten – zum Beispiel „Anfrage, Vor-Ort-Termin, Festpreisangebot, Ausführung, Abnahme“. Das zeigt, dass es einen Plan gibt.
- Kundenstimmen mit Namen oder Initialen, Ort und Leistung. Kurze, konkrete Zitate sind glaubwürdiger als lange Lobeshymnen.
- Häufige Fragen zu Kosten, Dauer, Einzugsgebiet oder Förderung. Sie nehmen Einwände vorweg und helfen auch bei der Sichtbarkeit in Suchmaschinen und KI-Antworten.
Kontakt und Footer: der Abschluss
Am Ende der Seite gehört eine zweite, deutliche Kontakt-Aufforderung hin: kurze Überschrift, ein Satz, Button und Telefonnummer. Wer bis hierhin gelesen hat, ist interessiert – und sollte nicht wieder nach oben scrollen müssen.
Der Footer enthält die Pflichtlinks zu Impressum und Datenschutzerklärung, Kontaktdaten, Öffnungs- oder Erreichbarkeitszeiten und die wichtigsten Seiten. Nach § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG) müssen die Anbieterangaben leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein; ein Link im Footer jeder Seite ist dafür der übliche Weg.
Bewährter Aufbau in 10 Schritten
Für die meisten Dienstleister und Handwerksbetriebe funktioniert diese Reihenfolge gut. Sie ist kein Gesetz, aber ein solider Ausgangspunkt:
- KopfzeileLogo links, Navigation mit maximal sieben Punkten, Telefonnummer und ein Kontakt-Button.
- HauptaussageWas, für wen, wo – plus Unterzeile mit Nutzen und ein klarer Button.
- VertrauensleisteBewertungsdurchschnitt, Siegel oder Gründungsjahr in einer schmalen Zeile.
- LeistungenDrei bis acht Kacheln, jede mit eindeutigem Link zur Unterseite.
- VorteileDrei bis vier konkrete Gründe, warum Kunden sich für Sie entscheiden.
- ReferenzenAusgewählte Projekte mit Bild und kurzem Ergebnis.
- AblaufSo läuft die Zusammenarbeit ab – Schritt für Schritt.
- KundenstimmenZwei bis drei kurze, konkrete Zitate.
- Häufige FragenVier bis sechs echte Fragen aus Kundengesprächen.
- Kontakt und FooterAbschließende Aufforderung, dann Pflichtangaben und Navigation.
Die häufigsten Fehler auf Startseiten
Bei Website-Prüfungen begegnen uns immer wieder dieselben Muster:
- Austauschbare Überschrift: „Herzlich willkommen“ oder „Ihr Partner für …“ sagt nichts über das Angebot.
- Kein sichtbarer Kontaktweg: Telefonnummer nur im Impressum, Formular erst auf einer Unterseite.
- Zu viele gleichwertige Buttons: Wenn alles hervorgehoben ist, ist nichts hervorgehoben.
- Bild-Slider und Pop-ups, die vom Inhalt ablenken und die Ladezeit verlängern.
- Textwüste: lange Absätze ohne Zwischenüberschriften, die auf dem Smartphone niemand liest.
- Veraltete Inhalte: „Neuigkeiten“ aus dem vorletzten Jahr wirken, als gäbe es das Unternehmen nicht mehr.
- Langsame Ladezeit durch unkomprimierte Bilder und unnötige Skripte – gerade mobil ein häufiger Grund, wieder zu gehen.
Startseite und SEO: Was Google sehen sollte
Für Suchmaschinen ist die Startseite meist die stärkste Seite der Website, weil die meisten Links auf sie zeigen. Trotzdem sollte sie nicht versuchen, für jedes Thema zu ranken. Bewährt hat sich:
- Ein eindeutiges Hauptthema – meist Ihre Kernleistung in Verbindung mit Ihrer Region oder Branche.
- Genau eine H1-Überschrift mit diesem Thema und sinnvoll gegliederte Zwischenüberschriften.
- Ein eigener Seitentitel, der beschreibt, worum es geht. Google empfiehlt in seiner Dokumentation eindeutige, beschreibende Titel für jede Seite statt generischer Bezeichnungen wie „Startseite“.
- Interne Links mit aussagekräftigem Linktext auf jede wichtige Leistungsseite. So verteilt die Startseite ihre Stärke weiter.
- Keine Doppelung: Wenn eine Leistung eine eigene Unterseite hat, sollte die Startseite sie anteasern und verlinken – nicht den gesamten Text wiederholen. Sonst konkurrieren beide Seiten um dieselbe Suche.
Was eine neue oder überarbeitete Website kostet, hängt stark vom Umfang ab; eine Einordnung finden Sie in unserem Leitfaden Webdesign-Kosten. Planen Sie einen kompletten Neustart, hilft die Website-Relaunch-Checkliste, damit bestehende Rankings erhalten bleiben.
Checkliste für Ihre Startseite
Gehen Sie Ihre Startseite einmal auf dem Smartphone und einmal am Laptop durch:
- Ohne Scrollen ist klar, was wir anbieten, für wen und in welcher Region.
- Es gibt einen deutlich sichtbaren Haupt-Button mit konkreter Aufschrift.
- Telefonnummer und Kontaktweg sind sofort auffindbar – auch mobil.
- Bewertungen, Referenzen oder Team-Fotos sind auf der Startseite sichtbar.
- Jede Leistung ist mit eindeutigem Linktext auf ihre Unterseite verlinkt.
- Es gibt keine automatisch wechselnden Slider und keine Pop-ups beim Laden.
- Am Ende steht eine zweite Kontakt-Aufforderung.
- Impressum und Datenschutz sind im Footer verlinkt.
- Die Seite hat genau eine H1 und einen eigenen, beschreibenden Seitentitel.
- Alle Inhalte sind aktuell, und die Seite lädt auch mobil zügig.
Häufige Fragen
Wie lang sollte eine Startseite sein?
Es gibt keine feste Länge. Entscheidend ist, dass die wichtigsten Informationen oben stehen und jeder weitere Abschnitt eine Frage der Besucher beantwortet. Für die meisten Unternehmen ergeben die Bausteine aus diesem Leitfaden eine Seite von sechs bis zehn Bildschirmhöhen auf dem Smartphone. Lange Seiten sind kein Problem, solange sie gegliedert sind und keine Inhalte der Unterseiten doppeln.
Gehören Preise auf die Startseite?
Wenn Sie Pakete oder Festpreise anbieten, kann ein „ab“-Preis Vertrauen schaffen und unpassende Anfragen reduzieren. Bei individuell kalkulierten Leistungen reicht ein Hinweis auf das Vorgehen, zum Beispiel „Festpreisangebot nach Vor-Ort-Termin“. Detaillierte Preislisten gehören eher auf eine eigene Seite.
Sollte ich ein Video auf der Startseite einbinden?
Ein kurzes Video kann Team und Arbeitsweise gut vermitteln. Es sollte aber nicht automatisch mit Ton starten, die Ladezeit nicht belasten und – bei Diensten wie YouTube – erst nach Einwilligung geladen werden. Die wichtigsten Aussagen gehören zusätzlich als Text auf die Seite.
Wie oft sollte ich die Startseite aktualisieren?
Prüfen Sie die Startseite mindestens einmal im Jahr und bei jeder Änderung am Angebot: Stimmen Leistungen, Ansprechpartner, Bewertungen und Referenzen noch? Veraltete Inhalte wirken schnell unprofessionell, auch wenn der Rest der Website gepflegt ist.
Quellen
- Nielsen Norman Group: Scrolling and Attention (2018) – Eyetracking-Studie zur Verteilung der Aufmerksamkeit auf Webseiten
- Nielsen Norman Group: 5 Fundamental Principles of Homepage Design (2024)
- Stanford Web Credibility Project (Überblick) – Studie von 2002 zur Glaubwürdigkeit von Websites
- Google Search Central: Titellinks in Suchergebnissen beeinflussen
- § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG): Allgemeine Informationspflichten
H. Kiassif leitet das Marketing bei NEUZEITWERBER und betreut Websites, Kampagnen und Anfragestrecken für Betriebe aus Handwerk und Mittelstand.