Was gehört in den Footer einer Website? Inhalte, Typen und Gestaltung
Der Footer ist der Bereich, den viele Besucher gezielt ansteuern, wenn sie Kontaktdaten, Rechtliches oder einen schnellen Weg zurück suchen. Wir zeigen, was hineingehört, welche Footer-Typen es gibt und welche Fehler Sie vermeiden sollten.
Inhaltsverzeichnis
- Besucher scrollen laut Nielsen Norman Group gezielt zum Footer – etwa, um Kontaktdaten oder Unternehmensinfos zu finden, oder als letzte Rettung, wenn sie etwas nicht finden.
- Mindestens hinein gehören: Impressum, Datenschutzerklärung, Kontaktdaten und ein Weg zu den Cookie-Einstellungen, falls Sie Einwilligungen einholen.
- Je nach Größe der Website reicht ein schlanker Service-Footer, ein Footer mit Hauptnavigation oder ein Footer mit erweiterter Seitenübersicht.
- Lange Listen mit Orten oder Suchbegriffen gehören nicht in den Footer: Google nennt solche Textblöcke ausdrücklich als Beispiel für Keyword-Stuffing.
- Footer brauchen dieselbe Sorgfalt wie der Rest der Seite: lesbare Schriftgröße, ausreichender Kontrast, klare Gruppen.
Der Footer wird in vielen Projekten zuletzt gestaltet – oft mit dem Gedanken „da unten schaut ohnehin niemand hin“. Das stimmt nicht. Wer auf einer Unterseite nicht findet, was er sucht, scrollt nach unten. Wer eine Telefonnummer, eine Adresse oder das Impressum sucht, ebenfalls. Der Footer ist damit so etwas wie der Hinterausgang mit Wegweiser: unscheinbar, aber ständig benutzt.
In diesem Ratgeber geht es darum, welche Inhalte in den Footer gehören, welche Varianten es gibt und wie Sie ihn gestalten. Welche Pflichtangaben im Impressum selbst stehen müssen, erklären wir ausführlich im Ratgeber Pflichtangaben auf der Website.
Welche Aufgabe hat der Footer?
Die Nielsen Norman Group beschreibt zwei typische Situationen, in denen Nutzer den Footer erreichen: Entweder sie suchen eine zweite Chance, sich überzeugen zu lassen, nachdem sie die Seite gelesen haben – oder sie nutzen ihn als letzten Ausweg, wenn sie etwas über die Navigation nicht gefunden haben. Dazu kommen Besucher, die gezielt nach unten springen, weil sie dort Kontaktdaten, Unternehmensinformationen oder Social-Media-Links erwarten.
Daraus ergeben sich vier Aufgaben:
- Rechtliches erreichbar machen: Impressum und Datenschutzerklärung auf jeder Seite.
- Kontakt ermöglichen: Telefon, E-Mail, Adresse, Zeiten – ohne Umweg über eine Unterseite.
- Weiterleiten: Wer am Seitenende ist, soll nicht wieder nach oben scrollen müssen, um weiterzukommen.
- Vertrauen stützen: Mitgliedschaften, Auszeichnungen oder Bewertungen dezent bestätigen.
Was nirgendwo sonst Platz findet, landet gern im Footer: zehn Siegel, drei Newsletter-Boxen, eine lange Ortsliste. Ein guter Footer ist kuratiert. Jedes Element sollte eine Frage beantworten, die Besucher am Seitenende tatsächlich haben.
Footer-Typen im Überblick
Die Nielsen Norman Group unterscheidet drei Grundformen. Welche passt, hängt vor allem von der Größe Ihrer Website ab.
| Typ | Inhalt | Geeignet für |
|---|---|---|
| Service-Footer (Utility) | Kontakt, Impressum, Datenschutz, ggf. Cookie-Einstellungen | Jede Website als Mindeststandard |
| Footer mit Hauptnavigation | Zusätzlich die wichtigsten Menüpunkte | Websites mit langen Seiten, etwa Leistungsseiten mit viel Text |
| Footer mit Seitenübersicht | Hauptnavigation plus wichtige Unterseiten der zweiten Ebene | Größere Websites mit mehreren Bereichen, z. B. Leistungen, Karriere, Standorte |
Die meisten Handwerksbetriebe und Dienstleister kommen mit einer Mischung aus Service-Footer und Hauptnavigation gut aus. Eine vollständige Seitenübersicht im Footer empfiehlt die Nielsen Norman Group nur für kleine Websites mit etwa 25 Seiten oder weniger; bei größeren Websites ist ein Link auf eine eigene Übersichtsseite sinnvoller.
Was in den Footer gehört
Pflichtlinks: Impressum und Datenschutz
Nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz müssen die Anbieterangaben leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein. Ein Link mit der klaren Bezeichnung „Impressum“ im Footer jeder Seite ist dafür der übliche Weg. Dasselbe gilt für die Datenschutzerklärung. Verstecken Sie diese Links nicht hinter Sammelbegriffen wie „Rechtliches“ und achten Sie darauf, dass sie auch auf Landingpages und im Shop-Checkout vorhanden sind.
Cookie-Einstellungen
Holen Sie Einwilligungen ein, etwa für Statistik oder eingebettete Videos, sollten Besucher ihre Wahl später ändern können. Nach Art. 7 Abs. 3 DSGVO muss der Widerruf einer Einwilligung so einfach sein wie ihre Erteilung. Ein dauerhaft sichtbarer Link „Cookie-Einstellungen“ im Footer ist eine verbreitete Lösung. Details zur Gestaltung des Banners finden Sie im Ratgeber Cookie-Banner und DSGVO. Das ersetzt keine Rechtsberatung.
Kontaktdaten und Erreichbarkeit
Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Anschrift gehören in den Footer – als Text, auf dem Smartphone antippbar. Erreichbarkeitszeiten in einer Zeile ergänzen das sinnvoll. Ausführliche Angaben wie Ansprechpartner, Anfahrt oder Notdienst gehören auf die Kontaktseite, die im Footer verlinkt wird.
Navigation
Wiederholen Sie die wichtigsten Menüpunkte, damit niemand am Seitenende nach oben scrollen muss. Gruppieren Sie die Links unter verständlichen Überschriften wie „Leistungen“, „Unternehmen“ und „Service“. Unklare Sammelbegriffe wie „Ressourcen“ helfen niemandem. Wie Sie die Hauptnavigation selbst aufbauen, erklärt der Ratgeber Website-Navigation gestalten.
Vertrauenselemente
Innungslogo, Meisterbetrieb, Fachverband oder ein Bewertungsdurchschnitt können im Footer einen ruhigen Abschluss bilden. Laut Nielsen Norman Group gaben in ihren Studien viele Teilnehmende an, dass Auszeichnungen und Kundenstimmen sie bei der Wahl eines Anbieters beeinflussen – zu viele davon können aber unseriös wirken. Zwei bis vier echte, für Kunden verständliche Belege reichen.
Zweitrangige Aufgaben
Karriere, Presse, Lieferanten- oder Partnerinformationen passen gut in den Footer. Sie richten sich nicht an die Hauptzielgruppe, sollen aber auffindbar sein. Für Betriebe, die Personal suchen, ist ein Link „Karriere“ oder „Jobs“ im Footer oft einer der meistgeklickten.
Social Media und Newsletter
Verlinken Sie nur Kanäle, die Sie aktiv pflegen. Ein Instagram-Symbol, das auf einen seit zwei Jahren ruhenden Account führt, wirkt schlechter als gar keins. Ein Newsletter-Eintrag ist nur sinnvoll, wenn es tatsächlich regelmäßig einen Newsletter gibt.
Wir ordnen Navigation und Seitenabschluss so, dass Besucher schneller ans Ziel kommen.
Was nicht in den Footer gehört
Manche Inhalte schaden im Footer mehr, als sie nützen:
- Ortslisten und Keyword-Blöcke: „Elektriker Stuttgart, Elektriker Fellbach, Elektriker Esslingen …“ – Google nennt in seinen Spam-Richtlinien Textblöcke mit Städten und Regionen, für die eine Seite ranken soll, ausdrücklich als Beispiel für Keyword-Stuffing.
- Vollständige Seitenverzeichnisse mit hunderten Links. Sie machen den Footer unlesbar und die Seite schwerer.
- Doppelte Inhalte, die schon direkt darüber in einem Kontaktbereich stehen.
- Automatisch eingebettete Social-Media-Feeds, die beim Laden Daten an Dritte übertragen und die Ladezeit erhöhen.
- Veraltete Angaben wie ein Copyright-Jahr von 2019 oder eine alte Telefonnummer – gerade im Footer fallen sie auf.
Ein Satz wie „Wir arbeiten im Rems-Murr-Kreis und im Raum Stuttgart“ ist eine hilfreiche Information. Eine Liste mit vierzig Ortsnamen, die nur für Suchmaschinen gedacht ist, ist es nicht. Wer in mehreren Orten sichtbar sein will, braucht echte Inhalte an der richtigen Stelle – nicht einen längeren Footer.
Gestaltung: Lesbarkeit, Kontrast und Mobilansicht
Footer werden oft kleiner, grauer und blasser gesetzt als der Rest der Seite. Die Nielsen Norman Group warnt ausdrücklich vor winziger, kontrastarmer Schrift im Footer. Dieselben Regeln wie im Haupttext gelten auch hier:
- Kontrast: Die WCAG fordern für normalen Text ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1. Hellgraue Schrift auf dunkelgrauem Grund erreicht das häufig nicht.
- Schriftgröße: Footer-Text nicht deutlich kleiner als den Fließtext setzen; auf dem Smartphone müssen Links bequem antippbar sein.
- Gruppen: Drei bis vier Spalten mit klaren Überschriften auf dem Desktop; mobil untereinander.
- Akkordeons mit Bedacht: Eingeklappte Footer-Bereiche sparen Platz, verstecken aber Inhalte. Kontakt und Pflichtlinks sollten mobil immer sichtbar bleiben.
- Gleiche Reihenfolge auf allen Seiten: Das WCAG-2.2-Kriterium 3.2.6 „Konsistente Hilfe“ verlangt, dass Kontaktangaben und Hilfemechanismen, die auf mehreren Seiten vorkommen, dort in derselben Reihenfolge erscheinen.
Legen Sie den Footer in WordPress oder Ihrem Baukasten als globales Element an, das auf allen Seiten automatisch gleich ist. So ändern Sie eine neue Telefonnummer einmal – und nicht auf jeder Landingpage einzeln.
Sonderfälle: Landingpages, Shops und mehrere Standorte
Nicht jede Seite braucht denselben Footer. Drei Situationen begegnen uns in Projekten häufig:
Landingpages für Anzeigen
Auf Landingpages für Google-Ads-Kampagnen wird die Navigation oft bewusst reduziert, damit Besucher beim eigentlichen Ziel bleiben – meist einer Anfrage. Der Footer darf dann ebenfalls schlanker sein. Impressum, Datenschutz und Cookie-Einstellungen müssen aber auch hier erreichbar bleiben. Ein minimaler Footer mit genau diesen Links und der Telefonnummer ist für solche Seiten ein guter Kompromiss.
Online-Shops
In Shops erwarten Kunden im Footer zusätzlich Informationen zu Versand, Zahlung, Rückgabe und Widerruf. Diese Links sind für viele Käufer ein wichtiger Prüfpunkt vor der Bestellung. Welche Angaben dort rechtlich nötig sind, hängt vom Angebot ab und sollte im Einzelfall geprüft werden.
Mehrere Standorte
Ein Betrieb mit zwei oder drei Standorten kann alle Adressen im Footer zeigen. Bei mehr Standorten wird es unübersichtlich; dann ist ein Link „Standorte“ zu einer Übersichtsseite klarer. Achten Sie darauf, dass die Angaben im Footer mit den jeweiligen Standortseiten und den Google-Unternehmensprofilen übereinstimmen – Abweichungen bei Adresse oder Telefonnummer verunsichern Kunden.
Wenn Sie den Footer im Zuge einer größeren Überarbeitung neu ordnen, lohnt sich ein Blick auf das Gesamtbild aus Navigation, Seitenstruktur und Klickwegen. Genau das ist der Kern unserer Arbeit als UI/UX Design Agentur.
Footer in sechs Schritten aufbauen
- Inventur machenAlle Inhalte sammeln, die heute im Footer stehen, und für jedes Element fragen: Wer braucht das am Seitenende?
- Typ wählenService-Footer, Footer mit Hauptnavigation oder mit Seitenübersicht – passend zur Größe der Website.
- Gruppen bildenZum Beispiel „Kontakt“, „Leistungen“, „Unternehmen“, „Rechtliches“. Pro Gruppe höchstens sechs bis acht Links.
- Kontaktblock gestaltenTelefon, E-Mail, Adresse und Zeiten als Text, mobil antippbar.
- Pflicht- und Einstellungslinks ergänzenImpressum, Datenschutz und ggf. Cookie-Einstellungen in einer eigenen, gut lesbaren Zeile.
- Auf allen Geräten prüfenKontrast messen, Links antippen, Akkordeons testen, Reihenfolge auf mehreren Seitentypen vergleichen.
Checkliste für Ihren Footer
- Impressum und Datenschutzerklärung sind auf jeder Seite verlinkt – klar beschriftet.
- Besucher können ihre Cookie-Einwilligung über einen Footer-Link ändern.
- Telefon, E-Mail und Adresse stehen als Text und sind mobil antippbar.
- Die wichtigsten Menüpunkte sind im Footer wiederholt und verständlich gruppiert.
- Es gibt keine Ortslisten oder Keyword-Blöcke.
- Siegel und Bewertungen sind echt, aktuell und auf wenige beschränkt.
- Social-Media-Links führen nur zu aktiv gepflegten Kanälen.
- Schriftgröße und Kontrast sind so gut lesbar wie im Haupttext.
- Der Footer ist ein globales Element und auf allen Seiten gleich aufgebaut.
Häufige Fragen
Muss das Copyright-Zeichen mit Jahreszahl in den Footer?
Nein. Das Urheberrecht entsteht in Deutschland automatisch mit der Schöpfung eines Werks, ein Vermerk ist dafür nicht nötig. Viele Websites führen trotzdem eine Zeile wie „© 2026 Firmenname“. Wenn Sie sie nutzen, sollte die Jahreszahl aktuell sein oder automatisch fortgeschrieben werden. Ein veraltetes Jahr wirkt schnell so, als würde die Website nicht mehr gepflegt.
Darf das Impressum nur über den Footer erreichbar sein?
Ein Footer-Link auf jeder Seite ist der übliche Weg, die Anbieterangaben ständig verfügbar zu halten. Wichtig ist, dass der Link klar als „Impressum“ oder ähnlich eindeutig bezeichnet ist, ohne langes Scrollen durch endlos nachladende Inhalte erreichbar ist und auch auf Sonderseiten wie Landingpages nicht fehlt. Bei Seiten mit unendlichem Scrollen sollten Sie den Link zusätzlich an anderer Stelle anbieten.
Wie viele Links sind im Footer zu viel?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Problematisch wird es, wenn Besucher die Links nicht mehr überblicken oder wenn der Footer die eigentliche Navigation ersetzt. Für die meisten Betriebe reichen drei bis vier Gruppen mit jeweils bis zu acht Links. Braucht Ihre Website deutlich mehr, ist eine eigene Übersichtsseite mit allen Unterseiten meist die bessere Lösung.
Sollte im Footer ein Kontaktformular stehen?
Ein vollständiges Formular im Footer jeder Seite ist selten nötig und macht ihn schwer. Besser ist ein kompakter Kontaktblock mit Telefon, E-Mail und einem Button zur Kontaktseite oder zum Anfrageformular. Auf Leistungsseiten kann direkt über dem Footer ein eigener Abschnitt mit Kontaktaufforderung stehen – dann sollte der Footer diese Angaben nicht noch einmal ausführlich wiederholen.
Quellen
- Nielsen Norman Group: Footers 101 – Design Patterns and When to Use Each (2019)
- § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG): Allgemeine Informationspflichten
- Art. 7 DSGVO: Bedingungen für die Einwilligung – Abs. 3: Widerruf so einfach wie Erteilung
- Google Search Central: Spam-Richtlinien für die Google Websuche – Abschnitt Keyword-Stuffing
- W3C: Understanding Success Criterion 1.4.3 Contrast (Minimum)
- W3C: Understanding Success Criterion 3.2.6 Consistent Help
H. Kiassif leitet das Marketing bei NEUZEITWERBER und betreut Websites, Kampagnen und Anfragestrecken für Betriebe aus Handwerk und Mittelstand.