Website-Technik

HTTP-Statuscodes verständlich erklärt: 200, 301, 404, 410, 500, 503

Bei jedem Seitenaufruf antwortet der Server mit einer dreistelligen Zahl. Besucher sehen sie selten, Google wertet sie bei jedem Crawl aus. Wir erklären die wichtigsten HTTP-Statuscodes, wie Google mit ihnen umgeht und wie Sie Fehler auf Ihrer Website finden.

Sebastian NeufeldSEO & IT Aktualisiert am 06.11.2026 8 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
  1. Was sind HTTP-Statuscodes?
  2. Die wichtigsten Statuscodes im Überblick
  3. 2xx: Erfolg – aber nicht automatisch im Index
  4. 3xx: Weiterleitungen
  5. 4xx: Seite fehlt oder Zugriff verweigert
  6. 5xx: Fehler auf dem Server
  7. Welcher Code für welche Situation?
  8. Statuscodes selbst prüfen
  9. Typische Fehler mit Statuscodes
  10. Checkliste HTTP-Statuscodes
  11. Häufige Fragen
Illustration zum Thema HTTP-Statuscodes WEBSITE-TECHNIK
Das Wichtigste in Kürze
  • HTTP-Statuscodes sind dreistellige Antworten des Servers. Die erste Ziffer verrät die Klasse: 2xx Erfolg, 3xx Weiterleitung, 4xx Fehler auf Seite der Anfrage, 5xx Fehler auf dem Server.
  • Für Google zählen vor allem 200, 301/308, 404/410 und 5xx. Ein 200 ist Voraussetzung für die Indexierung, aber keine Zusage dafür.
  • Laut Google werden 404 und 410 gleich behandelt: Die Seite fliegt aus dem Index. Wichtiger als die Wahl zwischen beiden ist, dass es überhaupt ein echter Fehlercode ist.
  • Server-Fehler (5xx) und 429 bremsen das Crawling. Halten sie länger an, entfernt Google die betroffenen URLs aus dem Index.
  • Für kurze Wartungsarbeiten von ein bis zwei Tagen empfiehlt Google den Code 503, für längere Pausen eine indexierbare Platzhalterseite.

Wenn Sie eine Website aufrufen, schickt der Server nicht nur die Seite, sondern vorweg eine kurze Statusmeldung: Hat alles geklappt? Ist die Seite umgezogen? Gibt es sie nicht mehr? Ist der Server gerade überlastet? Diese Meldung ist eine dreistellige Zahl – der HTTP-Statuscode.

Für Besucher ist der Code meist unsichtbar. Für Google ist er dagegen eine der ersten Informationen über jede Seite. Ein falscher Code kann dazu führen, dass eine wichtige Leistungsseite aus den Suchergebnissen verschwindet oder eine längst gelöschte Seite dort bleibt. Dieser Überblick erklärt die Codes, die für Unternehmenswebsites wirklich zählen.

Was sind HTTP-Statuscodes?

HTTP ist das Protokoll, über das Browser und Server miteinander sprechen. Die Statuscodes sind im Internetstandard RFC 9110 von 2022 beschrieben. Sie bestehen aus drei Ziffern, wobei die erste die Klasse angibt:

KlasseBedeutungBeispiel
1xxInformation: Anfrage erhalten, es geht weiter100 Continue
2xxErfolg: Die Anfrage wurde verarbeitet200 OK
3xxWeiterleitung: Der Inhalt liegt woanders301 Moved Permanently
4xxFehler der Anfrage: Seite fehlt, Zugriff verweigert404 Not Found
5xxFehler des Servers: Er kann die Anfrage gerade nicht erfüllen503 Service Unavailable

1xx-Codes spielen im Alltag einer Firmenwebsite keine Rolle. Spannend sind die anderen vier Klassen – und wie Google auf sie reagiert.

Die wichtigsten Statuscodes im Überblick

CodeBedeutungWas Google daraus macht
200 OKSeite erfolgreich ausgeliefertInhalt kann indexiert werden
301 / 308Dauerhaft verschobenStarkes Signal: Das Ziel ersetzt die alte URL
302 / 307Vorübergehend verschobenSchwaches Signal: Die alte URL bleibt eher im Index
304 Not ModifiedSeite unverändert seit dem letzten AbrufSpart Crawling, Google nutzt die bekannte Version
401 / 403Anmeldung nötig / Zugriff verweigertInhalt wird nicht indexiert
404 Not FoundSeite nicht gefundenWird aus dem Index entfernt
410 GoneSeite dauerhaft entferntLaut Google wie 404
429 Too Many RequestsZu viele AnfragenWie ein Serverfehler: Crawling wird gebremst
500Allgemeiner ServerfehlerCrawling wird gebremst, bei Dauer Entfernung
502 / 504Fehler oder Zeitüberschreitung bei einem vorgeschalteten ServerWie 500
503 Service UnavailableVorübergehend nicht verfügbar, etwa wegen WartungWie 500, geeignet für kurze Pausen

Grundlage dieser Übersicht ist die Google-Dokumentation zum Umgang mit HTTP-Statuscodes (Stand Februar 2026) und die Referenz des Mozilla Developer Network.

2xx: Erfolg – aber nicht automatisch im Index

Der Code 200 bedeutet: Die Seite wurde gefunden und ausgeliefert. Google gibt den Inhalt dann an die Indexierung weiter. Die Dokumentation betont aber ausdrücklich, dass ein 2xx-Code nicht automatisch zur Indexierung führt. Ob eine Seite aufgenommen wird, hängt auch von Qualität, Duplikaten und weiteren Signalen ab. Warum Seiten trotz Code 200 fehlen, erklärt unser Ratgeber Seite wird nicht indexiert.

Soft 404: der stille Fehler

Problematisch ist eine Seite, die „Nicht gefunden“ oder einen leeren Inhalt zeigt, aber trotzdem den Code 200 sendet. Google erkennt solche Seiten oft am Inhalt und meldet sie in der Search Console als Soft 404. Laut Google ist das eine schlechte Nutzererfahrung. Typische Ursachen sind Fehlerseiten von Content-Management-Systemen, die falsch konfiguriert sind, leere Kategorie- oder Suchergebnisseiten und abgelaufene Stellenanzeigen, die nur einen Hinweistext zeigen.

3xx: Weiterleitungen

Weiterleitungen schicken Besucher und Suchmaschinen von einer alten Adresse zu einer neuen. Google unterscheidet dabei klar:

  • 301 und 308 sind ein starkes Signal, dass die Zieladresse die neue Hauptversion ist. Sie sind die richtige Wahl, wenn Seiten dauerhaft umziehen, etwa nach einem Relaunch oder bei der Umstellung auf HTTPS.
  • 302 und 307 sind ein schwaches Signal. Sie eignen sich für echte Übergangslösungen, etwa eine saisonale Aktionsseite.

Laut Google folgt der Googlebot in der Regel bis zu zehn Weiterleitungen hintereinander. Inhalte, die auf der weiterleitenden URL selbst stehen, ignoriert Google. In der Praxis sollten Ketten trotzdem vermieden werden, weil jede Station Ladezeit kostet. Wie Sie Weiterleitungen sauber anlegen, zeigt unser Ratgeber zu 301-Weiterleitungen.

304 – der unauffällige Helfer

Fragt ein Browser oder Crawler eine Seite an, die er schon kennt, kann der Server mit 304 antworten: „Unverändert, nutze deine Kopie.“ Das spart Datenvolumen und Serverlast. Richtig eingestellte Caching-Header sorgen dafür, dass das automatisch funktioniert.

4xx: Seite fehlt oder Zugriff verweigert

4xx-Codes bedeuten, dass die angefragte Adresse so nicht bedient werden kann. Laut Google nutzt die Suche keine Inhalte von URLs mit 4xx-Code, und bereits indexierte Seiten mit diesem Code werden aus dem Index entfernt.

404 oder 410?

404 bedeutet „nicht gefunden“, ohne Aussage darüber, ob das dauerhaft ist. 410 sagt laut MDN ausdrücklich: Der Inhalt wurde dauerhaft entfernt, und es gibt keine neue Adresse. Für Google spielt der Unterschied laut Dokumentation keine Rolle: Alle 4xx-Codes außer 429 werden gleich behandelt. Entscheidend ist, dass eine gelöschte Seite überhaupt einen Fehlercode liefert und nicht mit 200 antwortet. Wie eine hilfreiche Fehlerseite für Besucher aussieht, beschreibt unser Ratgeber zur 404-Seite.

401, 403 und 451

  • 401 verlangt eine Anmeldung. Das ist richtig für interne Bereiche oder eine Testumgebung, die nicht in Google erscheinen soll.
  • 403 verweigert den Zugriff. Google rät ausdrücklich davon ab, 401 oder 403 zu nutzen, um die Crawling-Geschwindigkeit zu drosseln.
  • 451 („aus rechtlichen Gründen nicht verfügbar“) wird selten genutzt, etwa wenn Inhalte nach einer gerichtlichen Anordnung gesperrt sind.
Wenn die Firewall Google aussperrt

In unseren Projekten sehen wir regelmäßig, dass Sicherheits-Plugins, Firewalls oder Länder-Sperren dem Googlebot einen 403 schicken, während die Seite im Browser normal lädt. Prüfen Sie nach dem Einrichten solcher Schutzmaßnahmen mit der URL-Prüfung der Search Console, ob Google Ihre Seiten noch abrufen kann.

Fehlercodes oder Serverprobleme?

Wir finden falsche Statuscodes und beheben die Ursachen dauerhaft.

Website-Wartung

5xx: Fehler auf dem Server

5xx-Codes bedeuten, dass der Server die Anfrage gerade nicht erfüllen kann. Für Besucher ist das die ärgerlichste Fehlerklasse, denn sie sehen statt Ihrer Website eine leere oder technische Fehlerseite.

  • 500 Internal Server Error ist der allgemeine Fehler. Häufige Ursachen bei WordPress sind fehlerhafte Plugins oder Themes nach einem Update, eine zu alte oder zu neue PHP-Version oder ein beschädigter Eintrag in der Serverkonfiguration.
  • 502 Bad Gateway und 504 Gateway Timeout entstehen, wenn ein vorgeschalteter Server, etwa ein Caching- oder Sicherheitsdienst, keine gültige oder rechtzeitige Antwort vom eigentlichen Webserver bekommt.
  • 503 Service Unavailable signalisiert eine vorübergehende Störung, etwa Wartung oder Überlastung. Laut MDN sollte der Server dazu möglichst im Header Retry-After angeben, wann es weitergeht.

Wie Google auf Serverfehler reagiert

Laut Google veranlassen 5xx-Fehler und der Code 429 die Crawler, langsamer zu crawlen. Bereits indexierte Seiten bleiben zunächst erhalten, werden aber entfernt, wenn sie dauerhaft Serverfehler liefern. Antwortet der Server wieder mit 2xx, erhöht Google die Crawling-Rate schrittweise wieder.

Wartung richtig ankündigen

Für geplante Arbeiten empfiehlt Google: Muss eine Website dringend für ein bis zwei Tage abgeschaltet werden, eine informative Fehlerseite mit dem Code 503 ausliefern. Für längere Zeiträume rät Google zu einer indexierbaren Startseite als Platzhalter mit Code 200. Ein Wartungsmodus-Plugin sollte deshalb immer einen 503 senden und keinen 200 – sonst sieht Google eine Startseite, die nur aus „Wir sind bald zurück“ besteht.

Welcher Code für welche Situation?

SituationPassender Code
Leistungsseite hat eine neue Adresse bekommen301 auf die neue Adresse
Leistung wird nicht mehr angeboten, es gibt eine verwandte Seite301 auf die thematisch passende Seite
Inhalt gelöscht, kein sinnvoller Ersatz404 oder 410
Stellenanzeige ist besetzt404 oder 410, alternativ Weiterleitung auf die Karriereseite, wenn sie weiterhilft
Aktionsseite für wenige Wochen ersetzt die normale Seite302 oder 307
Kurze Wartung von einigen Stunden503 mit Retry-After
Testumgebung oder Kundenbereich401 mit Passwortschutz

Steht ein größerer Umbau an, gehören diese Entscheidungen in die Planung. Die Website-Relaunch-Checkliste führt durch die nötigen Schritte.

Statuscodes selbst prüfen

Sie müssen kein Entwickler sein, um zu sehen, welchen Code eine Seite liefert:

  1. Browser-EntwicklertoolsSeite öffnen, mit F12 die Entwicklertools aufrufen, den Reiter „Netzwerk“ wählen und neu laden. Die erste Zeile zeigt in der Spalte „Status“ den Code der Seite.
  2. URL-Prüfung in der Search ConsoleZeigt, wie Google eine einzelne Adresse abruft, inklusive Weiterleitungen und Fehlern beim Abruf.
  3. Bericht „Seitenindexierung“Listet Seiten mit 404, Soft 404, Serverfehlern und Weiterleitungen gesammelt auf.
  4. Crawling-StatistikenZeigt unter „Hostverfügbarkeit“, ob Google Probleme beim Erreichen Ihres Servers hatte.
  5. Crawler für die ganze WebsiteEin SEO-Crawler ruft alle verlinkten Seiten ab und listet die Codes übersichtlich – praktisch, um defekte interne Links zu finden.
Einmal im Monat reicht oft

Für die meisten Firmenwebsites genügt ein regelmäßiger Blick in die Search Console. Wichtiger ist, nach Updates, Relaunch, Theme-Wechsel oder neuen Sicherheitseinstellungen gezielt zu prüfen. Dann entstehen die meisten Fehler.

Typische Fehler mit Statuscodes

  • Fehlerseite mit Code 200: Die Seite sagt „Nicht gefunden“, der Server meldet Erfolg. Ergebnis: Soft 404.
  • Wartungsmodus mit Code 200: Google speichert im schlimmsten Fall die Wartungsseite als Inhalt.
  • 302 statt 301 bei dauerhaften Umzügen, weil das Plugin es so voreingestellt hat.
  • Weiterleitungsketten von HTTP über www zu HTTPS und dann zur neuen URL.
  • Alle gelöschten Seiten auf die Startseite weitergeleitet: Besucher finden nicht, was sie suchen, und Google wertet das häufig als Soft 404.
  • 403 für den Googlebot durch übereifrige Sicherheitsregeln.
  • Wiederkehrende 500er nach Updates, die niemand bemerkt, weil die Startseite aus dem Cache kommt.

Checkliste HTTP-Statuscodes

  • Alle wichtigen Seiten liefern den Code 200.
  • Gelöschte Seiten liefern 404 oder 410 – oder leiten per 301 auf einen passenden Ersatz.
  • Die Fehlerseite sendet wirklich einen 404-Code.
  • Dauerhafte Umzüge nutzen 301 oder 308, keine 302.
  • Es gibt keine Weiterleitungsketten über mehrere Stationen.
  • Der Wartungsmodus sendet 503, nicht 200.
  • Die Search Console zeigt keine wachsenden Zahlen bei Soft 404 oder Serverfehlern.
  • Sicherheits-Plugins und Firewalls blockieren den Googlebot nicht.
  • Nach jedem größeren Update werden die wichtigsten Seiten stichprobenartig geprüft.
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Häufige Fragen

Warum zeigt mein Browser eine Seite an, obwohl der Code 404 lautet?

Der Statuscode und der angezeigte Inhalt sind zwei verschiedene Dinge. Ein Server kann zu einem 404-Code eine gestaltete Fehlerseite mit Suchfeld und Links mitschicken. Genau so soll es sein: Besucher bekommen Hilfe, Suchmaschinen erkennen am Code, dass die Adresse nicht existiert. Problematisch ist nur der umgekehrte Fall, also eine Fehlerseite mit dem Code 200.

Schaden einzelne 404-Fehler meinem Google-Ranking?

Nein. 404-Fehler für Seiten, die es wirklich nicht mehr gibt, sind normal und betreffen nur die jeweilige Adresse, nicht die ganze Website. Ärgerlich werden sie, wenn wichtige Seiten betroffen sind, auf die viele interne oder externe Links zeigen. Dann gehen Besucher und Linksignale verloren. In solchen Fällen ist eine 301-Weiterleitung auf eine passende Seite meist die bessere Lösung.

Welchen Statuscode braucht eine Seite mit noindex?

Eine Seite, die per noindex aus den Suchergebnissen herausgehalten werden soll, liefert ganz normal den Code 200. Die Anweisung noindex steht im HTML-Kopf oder in einem HTTP-Header, nicht im Statuscode. Google muss die Seite abrufen können, um die Anweisung zu sehen. Ist die Seite zusätzlich per robots.txt gesperrt oder liefert sie einen Fehlercode, wird noindex gar nicht gelesen.

Wie lange darf meine Website einen 503-Code liefern?

Google spricht in seiner Dokumentation von einem bis zwei Tagen für eine kurzfristige Abschaltung mit 503 und davon, dass eine vollständige Abschaltung höchstens wenige Tage dauern sollte. Halten Serverfehler länger an, verlangsamt Google das Crawling weiter und entfernt die Seiten nach und nach aus dem Index. Für längere Pausen ist eine Platzhalterseite mit Code 200 der bessere Weg.

Quellen

  1. Google Search Central: Wie sich HTTP-Statuscodes auf die Crawler von Google auswirken – Stand Februar 2026
  2. Google Search Central: Website vorübergehend pausieren – Empfehlungen zu 503 und Platzhalterseiten
  3. Google Search Central: Crawling-Fehler beheben – Soft 404 und Hostverfügbarkeit
  4. MDN: HTTP response status codes
  5. RFC 9110: HTTP Semantics (Juni 2022) – Abschnitt 15: Statuscodes
Sebastian NeufeldSEO & IT bei NEUZEITWERBER

Sebastian Neufeld verantwortet bei NEUZEITWERBER SEO und die technische Umsetzung – von Ladezeit und Indexierung bis zur Sichtbarkeit in KI-Suchen.

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