Interne Verlinkung: So verteilen Sie Relevanz auf Ihrer Website
Interne Links zeigen Google, welche Seiten es gibt, worum sie gehen und welche besonders wichtig sind. Wir erklären, welche Seiten worauf verlinken sollten, wie gute Ankertexte aussehen und wie Sie Ihre Linkstruktur mit einfachen Mitteln prüfen.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist interne Verlinkung?
- Warum interne Links für SEO wichtig sind
- Die Arten interner Links
- Welche Seiten worauf verlinken sollten
- Ankertexte richtig wählen
- Technische Grundlagen: Links, denen Google folgen kann
- Interne Verlinkung prüfen und verbessern
- Typische Fehler bei der internen Verlinkung
- Checkliste interne Verlinkung
- Häufige Fragen
- Interne Links helfen Google, Seiten zu finden, ihr Thema zu verstehen und ihre Wichtigkeit einzuschätzen – und Besuchern, weiterzukommen.
- Google empfiehlt: Jede Seite, die Ihnen wichtig ist, sollte von mindestens einer anderen Seite Ihrer Website verlinkt sein.
- Gute Ankertexte sind beschreibend und knapp. „Hier klicken“ oder „mehr“ verschenken Information, Keyword-Ketten wirken wie Spam.
- Bewährte Grundstruktur: Startseite → Leistungen → einzelne Leistungsseiten, dazu Querverweise zwischen Ratgebern und passenden Leistungen.
- Links müssen als <a href>-Element umgesetzt sein, damit Google ihnen zuverlässig folgen kann.
Eine Website ohne gute interne Verlinkung ist wie ein Gebäude ohne Flure: Die Räume sind da, aber man kommt nicht hinein. Wir sehen das regelmäßig bei Website-Prüfungen. Eine neue Leistungsseite wurde sorgfältig getextet, ist aber nur über einen versteckten Link im Footer erreichbar. Ein Ratgeber rankt gut, schickt Leser aber nirgendwohin. Die interne Verlinkung ist einer der Hebel, die Sie vollständig selbst in der Hand haben – und der in der Praxis oft unterschätzt wird.
Was ist interne Verlinkung?
Interne Links sind alle Links, die von einer Seite Ihrer Website auf eine andere Seite derselben Website führen. Dazu gehören die Hauptnavigation, Links im Fließtext, Breadcrumbs (die Pfadangabe oben auf der Seite), Teaser auf der Startseite, „Das könnte Sie auch interessieren“-Bereiche und Links im Footer.
Im Gegensatz zu Links von anderen Websites, den Backlinks, entscheiden Sie über interne Links allein. Sie bestimmen, welche Seiten wie gut erreichbar sind und in welchem Zusammenhang sie stehen.
Warum interne Links für SEO wichtig sind
Google findet Seiten über Links
Google entdeckt neue URLs laut eigener Dokumentation vor allem über Links von bereits bekannten Seiten. Eine Seite, auf die kein Link zeigt, ist für Google schwer zu finden – selbst wenn sie in der Sitemap steht. Google formuliert deshalb eine klare Empfehlung: Jede Seite, die Ihnen wichtig ist, sollte von mindestens einer weiteren Seite Ihrer Website verlinkt sein.
Linktexte erklären das Thema
Der sichtbare Text eines Links, der Ankertext, verrät Nutzern und Google, was sie auf der Zielseite erwartet. Ein Link mit dem Text „Badsanierung mit Festpreis“ sagt mehr über die Zielseite als „Weiterlesen“.
Links signalisieren Wichtigkeit
Google nennt unter seinen Ranking-Systemen ausdrücklich Systeme für Link-Analysen und PageRank, die erfassen, wie Seiten miteinander verlinkt sind, um Themen und hilfreiche Seiten zu erkennen. Seiten, auf die viele interne Links zeigen – etwa aus der Navigation und von der Startseite –, werden als zentraler wahrgenommen als Seiten, die nur einmal tief in einem Unterverzeichnis verlinkt sind.
Besucher bleiben und finden weiter
Nicht zuletzt helfen interne Links den Menschen auf Ihrer Website. Wer einen Ratgeber zur Wärmepumpe liest, möchte vielleicht direkt wissen, ob Sie das auch anbieten. Ein passender Link an der richtigen Stelle ist dann der kürzeste Weg zur Anfrage.
Die Arten interner Links
| Linkart | Beispiel | Stärke |
|---|---|---|
| Hauptnavigation | Menüpunkt „Leistungen“ mit Unterpunkten | Auf jeder Seite vorhanden, zeigt die wichtigsten Bereiche |
| Kontextlinks im Text | „… wenn Sie auch die Fassade dämmen möchten“ | Thematisch passend, mit aussagekräftigem Ankertext |
| Breadcrumbs | Startseite › Leistungen › Dachsanierung | Zeigt die Hierarchie, hilft bei der Orientierung |
| Teaser und Kacheln | Leistungskacheln auf der Startseite | Leitet Stärke der Startseite auf Unterseiten |
| Verwandte Inhalte | „Passende Ratgeber“ am Artikelende | Verbindet Themen, hält Leser auf der Website |
| Footer | Impressum, Datenschutz, Kontakt, wichtigste Seiten | Gut für Pflichtseiten, wenig Kontext |
Welche Seiten worauf verlinken sollten
Für Unternehmenswebsites hat sich eine einfache Grundstruktur bewährt. Sie folgt der Logik, nach der Kunden suchen – vom Allgemeinen zum Speziellen:
- Startseite → Leistungsseiten: Jede Kernleistung ist von der Startseite aus direkt verlinkt, idealerweise mit eindeutigem Linktext.
- Leistungsseite → verwandte Leistungen: Die Seite zur Dachsanierung verweist auf Dachfenster oder Dämmung, wo es inhaltlich passt.
- Ratgeber → Leistung: Ein Artikel zu Fördermitteln verlinkt auf die Leistung, für die die Förderung gilt.
- Leistung → Ratgeber: Die Leistungsseite verweist für Detailfragen auf den passenden Ratgeber, statt alles selbst zu erklären.
- Referenzen → Leistung: Ein Projektbericht nennt und verlinkt die erbrachte Leistung.
Wichtig dabei: Jedes Thema hat genau eine zuständige Seite, auf die alle passenden Links zeigen. Verlinken Sie für dasselbe Thema mal auf die eine, mal auf die andere Seite, verwässern Sie das Signal. Mehr dazu im Artikel Keyword-Kannibalisierung. Wie Sie die Seitenstruktur von Anfang an sinnvoll planen, zeigt der Beitrag Seitenstruktur einer Website planen.
Neue Seiten sofort einbinden
Wenn Sie eine neue Seite veröffentlichen, ist die Arbeit nicht mit dem Klick auf „Veröffentlichen“ erledigt. Suchen Sie zwei bis drei bestehende Seiten, die thematisch passen und bereits gut besucht sind, und setzen Sie dort einen Link auf die neue Seite. So findet Google sie schneller, und sie startet nicht als isolierte Insel. Bei einer neuen Leistung gehört außerdem ein Eintrag in die Navigation oder die Leistungsübersicht dazu.
Ankertexte richtig wählen
Google beschreibt gute Ankertexte als aussagekräftig, angemessen knapp und relevant für die Zielseite. Zu allgemein sind laut Google Formulierungen wie „Klicken Sie hier“ oder „Weitere Informationen“. Zu lang oder mit Keywords überladen ist ebenso ungünstig – überflüssige Keywords verstoßen laut Google gegen die Spamrichtlinien.
| Ungünstig | Besser | Warum |
|---|---|---|
| „Hier“ klicken für mehr Infos | Mehr zur Heizungswartung | Das Ziel wird benannt |
| Weiterlesen | So läuft eine Badsanierung ab | Leser wissen, was sie erwartet |
| Elektriker Stuttgart Elektroinstallation günstig | unsere Elektroinstallation für Neubauten | Natürlich statt Keyword-Kette |
| www.beispiel.de/leistungen/dach | Leistungen rund ums Dach | Lesbar statt URL |
Auch der Satz rund um den Link zählt. Google empfiehlt, auf den Kontext zu achten und Links nicht direkt aneinanderzureihen. Ein Link mitten in einem erklärenden Satz ist für Leser und Suchmaschine verständlicher als eine Liste von zehn Links ohne Zusammenhang. Bei Bildern, die als Link dienen, übernimmt der Alt-Text die Rolle des Ankertexts.
Sie müssen nicht jedes Mal exakt denselben Linktext verwenden. „Dachsanierung“, „Sanierung Ihres Daches“ und „Dach sanieren lassen“ beschreiben alle dieselbe Seite. Wichtig ist, dass der Text immer zum Ziel passt.
Technische Grundlagen: Links, denen Google folgen kann
Google kann einem Link laut Dokumentation in der Regel nur dann zuverlässig folgen, wenn er als <a>-Element mit href-Attribut und einer echten URL umgesetzt ist. Per JavaScript erzeugte Links sind in Ordnung, solange sie dieses Markup verwenden. Nicht zuverlässig funktionieren dagegen zum Beispiel Elemente, die nur auf einen Klick per Skript reagieren, ohne href.
- Interne Links zeigen direkt auf die endgültige URL, nicht auf eine Adresse, die weitergeleitet wird.
- Es gibt keine Links auf gelöschte Seiten, die einen 404-Fehler liefern.
- Interne Links brauchen kein
nofollow. Google empfiehltnofollownur für Links auf Quellen, denen Sie nicht vertrauen. - Menüs, Filter und Akkordeons sind so umgesetzt, dass die Links im HTML vorhanden sind.
Wir ordnen Ihre Seiten, schließen Lücken und setzen Links dort, wo sie Rankings und Anfragen helfen.
Interne Verlinkung prüfen und verbessern
Für kleine Websites reicht ein strukturiertes Vorgehen ohne teure Werkzeuge:
- Wichtige Seiten festlegenListen Sie die fünf bis zehn Seiten auf, die Anfragen bringen sollen. Diese Seiten brauchen die meisten und besten internen Links.
- Verlinkung zählenDer Bericht „Links“ in der Google Search Console zeigt unter „Interne Links“, welche Seiten am häufigsten intern verlinkt sind. Stehen Ihre wichtigsten Seiten nicht oben, besteht Handlungsbedarf.
- Verwaiste Seiten findenVergleichen Sie Ihre Sitemap mit den tatsächlich verlinkten Seiten. Ein Crawling-Tool zeigt Seiten, die nirgends verlinkt sind.
- Kontextlinks ergänzenGehen Sie Ratgeber, Referenzen und Leistungsseiten durch und setzen Sie Links dort, wo ein Leser natürlich weiterklicken würde.
- Kaputte Links und Weiterleitungen bereinigenBesonders nach einem Relaunch zeigen viele interne Links noch auf alte Adressen. Diese direkt auf die neue URL ändern.
- Ankertexte prüfen„Hier“, „mehr“ und „Weiterlesen“ durch beschreibende Linktexte ersetzen.
Eine feste ideale Zahl interner Links pro Seite gibt es laut Google nicht, eine sehr hohe Zahl ist aber wahrscheinlich zu viel. Maßstab ist der Leser: Hilft dieser Link an dieser Stelle weiter? Planen Sie die Prüfung nicht als einmalige Aktion, sondern verbinden Sie sie mit jeder neuen Seite und einer kurzen Durchsicht pro Halbjahr.
Typische Fehler bei der internen Verlinkung
- Wichtige Seiten nur im Footer: Neue Leistungen werden angelegt, aber weder ins Menü noch in Texte eingebunden.
- Nur Navigation, keine Kontextlinks: Texte stehen für sich, ohne Verweise auf verwandte Themen.
- Mehrere Seiten für ein Thema verlinkt: Einmal zeigt „Badsanierung“ auf die Leistungsseite, einmal auf einen Blogartikel.
- Linktexte ohne Aussage: „Hier“, „mehr“, „Link“.
- Überladene Seiten: Dutzende Links in einem Absatz, die eher verwirren als helfen.
- Alte URLs nach Relaunch: Interne Links führen über Weiterleitungen oder ins Leere.
Interne Links sind ein Punkt von vielen, die Sie für jede Seite prüfen sollten. Alle weiteren finden Sie in der Onpage-SEO-Checkliste.
Checkliste interne Verlinkung
- Jede wichtige Seite ist von mindestens einer anderen Seite verlinkt, die wichtigsten von mehreren.
- Alle Kernleistungen sind von der Startseite aus erreichbar.
- Ratgeber verlinken auf passende Leistungen und umgekehrt.
- Jedes Thema hat genau eine Zielseite, auf die alle Links zeigen.
- Ankertexte beschreiben das Ziel, ohne Keyword-Ketten.
- Alle Links sind als a-Element mit href umgesetzt.
- Keine internen Links auf Weiterleitungen oder 404-Seiten.
- Keine verwaisten Seiten, die nur in der Sitemap stehen.
Häufige Fragen
Wie viele interne Links sollte eine Seite haben?
Eine feste Zahl gibt es nicht, und Google nennt bewusst keine. Eine Leistungsseite mit Navigation, ein paar Kontextlinks im Text und einem Verweis auf verwandte Leistungen ist für die meisten Betriebe ein guter Rahmen. Entscheidend ist, dass jeder Link einen Grund hat. Wenn ein Absatz mehr Links als Sätze enthält oder Besucher nicht mehr erkennen, wohin sie klicken sollen, sind es zu viele.
Sollten interne Links in einem neuen Tab öffnen?
In der Regel nicht. Interne Links öffnen üblicherweise im selben Fenster, damit Besucher mit der Zurück-Taste wie gewohnt navigieren können. Neue Tabs können besonders auf Smartphones verwirren. Für das Ranking spielt es keine Rolle. Ausnahmen können sinnvoll sein, etwa wenn jemand mitten in einem Formular ist und eine Zusatzinformation nachlesen soll, ohne seine Eingaben zu verlieren.
Zählen Links im Menü genauso wie Links im Text?
Beide sind normale interne Links und helfen Google beim Finden der Seiten. Kontextlinks im Fließtext haben aber einen Vorteil: Der umgebende Text erklärt, warum die Zielseite relevant ist, und der Ankertext kann genauer formuliert werden als ein kurzer Menüpunkt. Für wichtige Seiten empfiehlt sich deshalb beides – ein Platz in der Navigation und passende Verweise aus Inhalten heraus.
Was ist eine verwaiste Seite?
Eine verwaiste Seite, englisch Orphan Page, ist eine Seite, auf die kein interner Link zeigt. Sie ist nur über die direkte Adresse, die Sitemap oder externe Links erreichbar. Solche Seiten entstehen oft bei Aktionen, alten Landingpages oder nach einem Umbau des Menüs. Prüfen Sie, ob die Seite noch gebraucht wird: Wenn ja, verlinken Sie sie passend. Wenn nein, leiten Sie sie auf eine thematisch passende Seite weiter oder entfernen Sie sie.
Quellen
- Google Search Central: SEO-Best-Practices für Links – Crawlbare Links, Ankertext, interne Verlinkung
- Google Search Central: Umfassender Leitfaden zur Funktionsweise der Google Suche – Auffinden von URLs über Links
- Google Search Central: Leitfaden zu den Ranking-Systemen der Google Suche – Link-Analyse und PageRank
- Google Search Central: Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung (SEO)
Sebastian Neufeld verantwortet bei NEUZEITWERBER SEO und die technische Umsetzung – von Ladezeit und Indexierung bis zur Sichtbarkeit in KI-Suchen.