Website-Technik

Domain-Transfer mit Authcode: Anbieter wechseln ohne Ausfall

Die Adresse bleibt, nur der Anbieter wechselt: Ein Domain-Transfer ist meist in wenigen Tagen erledigt. Damit Website und E-Mail dabei nicht ausfallen, kommt es auf die Vorbereitung an. Wir erklären den Auth-Code, den Ablauf für .de und .com und die typischen Stolperfallen.

Sebastian NeufeldSEO & IT Aktualisiert am 06.11.2026 8 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist ein Domain-Transfer – und was nicht?
  2. Was ist der Authcode?
  3. Vorbereitung: Was Sie vor dem Transfer klären
  4. Die DNS-Einträge: der eigentliche Knackpunkt
  5. Domain-Transfer Schritt für Schritt
  6. Wenn der alte Anbieter oder Dienstleister nicht mitspielt
  7. Typische Fehler beim Domain-Transfer
  8. Checkliste Domain-Transfer
  9. Häufige Fragen
Illustration zum Thema Domain-Transfer mit Authcode WEBSITE-TECHNIK
Das Wichtigste in Kürze
  • Beim Domain-Transfer wechselt nur der Anbieter, der die Domain verwaltet. Adresse, Rankings und E-Mail-Adressen bleiben gleich – wenn die DNS-Einträge mitkommen.
  • Der Auth-Code (auch AuthInfo, Transfer- oder EPP-Code) ist das Passwort für den Wechsel. Sie erhalten ihn vom bisherigen Anbieter und geben ihn beim neuen Anbieter ein.
  • Bei .de-Domains ist der Code laut DENIC 30 Tage gültig. Reagiert der alte Anbieter nicht, kann der neue Anbieter eine AuthInfo2 beantragen, die DENIC per Einschreiben an den Domaininhaber schickt.
  • Die häufigste Ursache für Ausfälle: Beim neuen Anbieter fehlen DNS-Einträge, vor allem MX, SPF, DKIM und Verifizierungen. Sichern Sie vor dem Transfer die komplette DNS-Zone.
  • Kündigen Sie die Domain beim alten Anbieter nie vor Abschluss des Transfers – eine Kündigung kann als Löschauftrag gelten.

Der Vertrag beim bisherigen Anbieter läuft aus, Website und E-Mail sollen zu einem neuen Hoster, oder die Domains liegen verstreut bei verschiedenen Anbietern und sollen an einem Ort zusammengeführt werden. In all diesen Fällen bleibt die Adresse gleich, nur die Verwaltung wechselt. Fachlich heißt das Domain-Transfer oder Providerwechsel.

Technisch ist das meist in wenigen Tagen erledigt. Schiefgehen kann trotzdem einiges: E-Mails kommen nicht mehr an, die Website zeigt eine Fehlerseite oder das Zertifikat läuft ab. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie den Wechsel vorbereiten, welche Rolle der Auth-Code spielt und was Sie tun, wenn der alte Anbieter nicht mitspielt.

Was ist ein Domain-Transfer – und was nicht?

Im Alltag werden mehrere Vorgänge unter „Domain wechseln“ zusammengefasst, die technisch sehr unterschiedlich sind. Die Abgrenzung hilft, den richtigen Weg zu wählen:

VorgangWas ändert sich?Was bleibt?
Domain-Transfer (Providerwechsel)Der Anbieter, über den die Domain registriert istAdresse, Inhaber, Website, E-Mail-Adressen
Nur Hosting wechselnDer Server der Website; im DNS wird nur der Eintrag der Website angepasstDomain bleibt beim bisherigen Anbieter
InhaberwechselDie Person oder Firma, der die Domain gehörtAnbieter und Adresse
Wechsel auf eine neue DomainDie Adresse selbst, mit Folgen für GoogleInhalte, idealerweise Rankings über Weiterleitungen

Dieser Artikel behandelt den ersten Fall. Planen Sie eine neue Adresse, etwa nach einer Umfirmierung, ist das ein SEO-Projekt mit Weiterleitungen und Meldung in der Search Console. Das beschreibt unser Ratgeber Domain umziehen ohne Rankingverlust.

Muss die Domain überhaupt mit?

Wer nur das Hosting wechselt, muss die Domain nicht übertragen. Es genügt, im DNS den Eintrag der Website auf den neuen Server zu richten. Ein Transfer lohnt sich vor allem, wenn Sie den alten Vertrag ganz kündigen oder alle Domains an einem Ort verwalten möchten.

Was ist der Authcode?

Der Auth-Code ist ein Passwort, das für eine einzelne Domain gilt. Er belegt, dass der Wechsel vom Domaininhaber gewollt ist. Je nach Anbieter und Endung heißt er AuthInfo, Auth-Code, Transfer-Code oder EPP-Code; gemeint ist dasselbe.

Ablauf im Grundsatz: Sie fordern den Code beim bisherigen Anbieter an, oft per Klick im Kundenkonto. Der neue Anbieter reicht ihn mit dem Transferauftrag bei der Vergabestelle ein. Passt der Code, wird die Domain umgezogen. Behandeln Sie den Code wie ein Passwort: Wer ihn hat, kann die Domain zu einem anderen Anbieter holen.

.de-Domains: AuthInfo bei DENIC

Für .de beschreibt die Vergabestelle DENIC das Verfahren so: Der bisherige Anbieter hinterlegt auf Wunsch des Domaininhabers einen Code bei DENIC. Dieser ist 30 Tage gültig. Der Inhaber gibt ihn an den neuen Anbieter weiter, der den Wechsel beantragt. Stimmt der Code mit dem hinterlegten überein, wird die Domain ohne weitere Verzögerung übertragen.

Reagiert der alte Anbieter nicht, gibt es einen zweiten Weg: Der neue Anbieter kann bei DENIC eine AuthInfo2 beauftragen. DENIC schickt diesen Code per Einschreiben an die Anschrift des Domaininhabers, die in der DENIC-Datenbank hinterlegt ist. Auch er ist 30 Tage gültig. Das funktioniert nur, wenn die eingetragene Adresse stimmt.

.com, .net und andere generische Endungen

Für Endungen wie .com, .net oder .info gilt die Transfer Policy der ICANN. Danach muss der bisherige Registrar den Code herausgeben und eine Transfersperre aufheben; bietet er dafür keine Selbstbedienung im Kundenkonto, hat er fünf Kalendertage Zeit. Registrare dürfen einen Transfer unter anderem ablehnen, wenn die Domain erst vor weniger als 60 Tagen registriert oder zuletzt übertragen wurde. Bei einem Inhaberwechsel kann zudem eine 60-tägige Sperre greifen.

Das ICANN-Board hat im Juni 2026 eine Überarbeitung der Transfer Policy beschlossen, die Sperrfristen und Benachrichtigungen neu regelt. Die Umsetzung steht noch aus. Prüfen Sie deshalb bei .com-Domains beim neuen Anbieter, welche Fristen aktuell gelten. Für .eu, .at, .ch und andere Länderendungen legen die jeweiligen Vergabestellen eigene Regeln fest.

Vorbereitung: Was Sie vor dem Transfer klären

  • Inhaber prüfen: Ist Ihr Unternehmen als Domaininhaber eingetragen – mit aktueller Anschrift und erreichbarer E-Mail-Adresse? Nicht selten steht noch der frühere Webdesigner, ein ehemaliger Mitarbeiter oder eine alte Firmierung drin.
  • Zugang klären: Haben Sie die Zugangsdaten zum Kundenkonto beim bisherigen Anbieter?
  • DNS-Zone sichern: Exportieren oder notieren Sie alle Einträge (siehe nächster Abschnitt).
  • Vertrag prüfen: Laufzeit, Kündigungsfrist und ob der Vertrag Domain, Hosting und E-Mail gemeinsam umfasst.
  • Sperren prüfen: Ist eine Transfersperre aktiv? Bei generischen Endungen heißt sie oft „Registrar Lock“ oder „Transfer Lock“.
  • Zeitpunkt wählen: Nicht kurz vor wichtigen Terminen, Messen oder Kampagnen und nicht am letzten Tag der Vertragslaufzeit.
Kündigung ist nicht gleich Transfer

Kündigen Sie die Domain beim alten Anbieter erst, wenn der Transfer abgeschlossen ist – und dann nur den Vertrag, nicht die Domain. Eine Domain-Kündigung kann als Löschauftrag umgesetzt werden. Gelöschte .de-Domains können laut DENIC zwar 30 Tage lang nur für den letzten Inhaber wieder registriert werden, das ist aber mit Aufwand, Kosten und Ausfallzeit verbunden.

Die DNS-Einträge: der eigentliche Knackpunkt

Bei einem Transfer wird die Domain übertragen, nicht automatisch ihre Konfiguration. Ob die DNS-Einträge erhalten bleiben, hängt davon ab, wer die Nameserver betreibt. Stellt der neue Anbieter die Domain auf seine eigenen Nameserver um und sind dort noch nicht alle Einträge angelegt, zeigt die Domain plötzlich ins Leere.

Diese Einträge sollten Sie vor dem Wechsel vollständig dokumentieren:

EintragWofürFolge, wenn er fehlt
A / AAAA / CNAMEServer der Website, Subdomains wie wwwWebsite nicht erreichbar
MXEmpfang von E-MailsE-Mails kommen nicht mehr an
TXT (SPF, DMARC)AbsendersicherheitEigene E-Mails landen im Spam
TXT oder CNAME (DKIM)Signatur ausgehender E-MailsZustellprobleme, besonders bei Gmail
TXT (Verifizierungen)Bestätigung bei Google, Microsoft und anderen DienstenDienste verlieren die Verknüpfung
SRV, CAA und weitereTelefonie, Teams-Dienste, ZertifikatsausstellungEinzelne Funktionen fallen aus

Am sichersten ist es, die Zone beim neuen Anbieter vollständig anzulegen, bevor der Transfer startet. Viele Anbieter erlauben das schon während des laufenden Auftrags. Wie die E-Mail-Einträge zusammenhängen, erklären unsere Ratgeber zu SPF, DKIM und DMARC und zur E-Mail-Adresse mit eigener Domain.

Domain-Transfer Schritt für Schritt

  1. DNS-Zone sichernAlle Einträge exportieren oder als Bildschirmfoto und Liste festhalten.
  2. Gültigkeitsdauer senkenDie TTL wichtiger Einträge einige Tage vorher auf eine Stunde oder weniger setzen, damit spätere Änderungen schnell greifen.
  3. Zone beim neuen Anbieter vorbereitenAlle Einträge identisch anlegen. Postfächer und Webspace sollten dort ebenfalls schon bereitstehen, falls sie mit umziehen.
  4. Sperre aufheben und Code anfordernTransfersperre im alten Kundenkonto lösen und den Auth-Code anfordern. Bei .de die 30-Tage-Frist im Blick behalten.
  5. Transfer beauftragenBeim neuen Anbieter den Transfer mit dem Code starten. Bei generischen Endungen kommen meist Bestätigungs-E-Mails an die Inhaber-Adresse – diese zügig beantworten.
  6. Nach Abschluss prüfenWebsite mit und ohne „www“ aufrufen, E-Mails senden und empfangen, Formular testen, SPF/DKIM/DMARC kontrollieren.
  7. Zertifikat kontrollierenLäuft die automatische Verlängerung auch mit den neuen Einstellungen? Mehr dazu im Ratgeber zum SSL-Zertifikat.
  8. Alten Vertrag beendenErst jetzt den alten Vertrag kündigen und vorher Rechnungen, Daten und gegebenenfalls alte E-Mails sichern.
Domain-Transfer begleiten lassen?

Wir sichern die DNS-Zone, koordinieren den Wechsel und testen danach Website und E-Mail.

Website-Wartung

Wenn der alte Anbieter oder Dienstleister nicht mitspielt

In den meisten Fällen ist der Code eine Sache von Minuten. Schwierig wird es, wenn der bisherige Anbieter nicht reagiert oder die Domain über einen früheren Dienstleister registriert wurde, mit dem es keinen Kontakt mehr gibt. So gehen Sie vor:

  • Schriftlich anfragen: Fordern Sie den Code per E-Mail oder Brief mit einer angemessenen Frist an und dokumentieren Sie die Anfrage.
  • Bei .de die AuthInfo2 nutzen: Sind Sie selbst als Inhaber mit aktueller Anschrift eingetragen, kann der neue Anbieter den Code direkt bei DENIC beauftragen. Er kommt per Einschreiben zu Ihnen.
  • Bei generischen Endungen: Verweigert ein Registrar den Code ohne einen der in der Transfer Policy genannten Gründe, verstößt er gegen die Regeln der ICANN. Ihr neuer Anbieter kann bei der Klärung unterstützen.
  • Wenn Sie nicht Inhaber sind: Dann ist zuerst ein Inhaberwechsel nötig, für den in der Regel der eingetragene Inhaber zustimmen muss. Kommt keine Einigung zustande, sollten Sie sich rechtlich beraten lassen. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.
Vorbeugen ist einfacher

Lassen Sie neue Domains immer auf Ihr Unternehmen als Inhaber registrieren, auch wenn ein Dienstleister die Einrichtung übernimmt. Und halten Sie die Inhaberdaten bei Umzug oder Umfirmierung aktuell. Das kostet nichts und erspart im Ernstfall Wochen.

Typische Fehler beim Domain-Transfer

  • DNS-Einträge nicht gesichert: Nach dem Wechsel fehlen MX- oder DKIM-Einträge, und E-Mails verschwinden tagelang unbemerkt.
  • Domain gekündigt statt übertragen: Der alte Anbieter löscht die Domain, statt sie freizugeben.
  • Code abgelaufen: Bei .de gilt er 30 Tage. Wer zu lange wartet, muss einen neuen anfordern.
  • Bestätigungsmail übersehen: Bei generischen Endungen hängt der Transfer, weil die Inhaber-Adresse ein altes Postfach ist.
  • Alles an einem Tag: Domain-Transfer, neues Hosting, neue Website und neue Postfächer gleichzeitig. Tritt ein Fehler auf, ist die Ursache kaum zu finden. Besser nacheinander.
  • Keine Tests danach: Website, Formular, E-Mail-Empfang und Versand gehören nach jedem Wechsel auf den Prüfstand.

Steht der Anbieterwechsel im Zusammenhang mit einem neuen Hosting, prüfen Sie vorher Leistung, Backups und Vertragsbedingungen des neuen Pakets. Auf Wunsch übernimmt unsere Website-Wartung die Koordination.

Checkliste Domain-Transfer

  • Unser Unternehmen ist als Inhaber eingetragen, Anschrift und E-Mail sind aktuell.
  • Wir haben Zugang zum Kundenkonto beim bisherigen Anbieter.
  • Alle DNS-Einträge sind gesichert, inklusive MX, SPF, DKIM, DMARC und Verifizierungen.
  • Die DNS-Zone ist beim neuen Anbieter vollständig angelegt.
  • Die TTL wurde rechtzeitig gesenkt.
  • Die Transfersperre ist aufgehoben, der Auth-Code liegt vor und ist noch gültig.
  • Der Transfer ist abgeschlossen und im neuen Kundenkonto sichtbar.
  • Website, Formular, E-Mail-Empfang und Versand sind getestet.
  • Das SSL-Zertifikat verlängert sich weiterhin automatisch.
  • Der alte Vertrag ist erst nach erfolgreichem Transfer gekündigt.
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Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Domain-Transfer?

Bei .de-Domains ist der Wechsel laut DENIC sofort vollzogen, sobald der neue Anbieter den gültigen Code einreicht. In der Praxis dauert es vom Anfordern bis zum Abschluss oft nur Stunden bis wenige Tage. Bei generischen Endungen wie .com können mehrere Tage vergehen, weil Bestätigungen und Fristen der Registrare dazukommen. Planen Sie zusätzlich Zeit für das Vorbereiten der DNS-Zone und die Tests danach ein.

Verliere ich bei einem Domain-Transfer meine Google-Rankings?

Nein, wenn die Website während und nach dem Wechsel unter derselben Adresse erreichbar bleibt. Google sieht nur die Inhalte unter der Domain, nicht den Anbieter, über den sie registriert ist. Problematisch wird es, wenn die Website durch fehlende DNS-Einträge längere Zeit nicht erreichbar ist oder Fehlercodes ausliefert. Kurze Unterbrechungen von wenigen Stunden haben in der Regel keine dauerhaften Folgen.

Kostet der Auth-Code etwas?

Die Herausgabe des Codes ist bei den meisten Anbietern kostenlos, und für generische Endungen schreibt die ICANN vor, dass Registrare ihn bereitstellen müssen. Kosten entstehen in der Regel beim neuen Anbieter für den Transfer oder die erste Laufzeit. Einzelne Anbieter berechnen Gebühren für zusätzliche Leistungen. Prüfen Sie Ihren Vertrag und fragen Sie im Zweifel vorher schriftlich nach.

Kann ich mehrere Domains gleichzeitig übertragen?

Ja, viele Anbieter bieten dafür einen Sammelauftrag an, bei dem Sie Domains und Codes als Liste eingeben. Sinnvoll ist trotzdem, mit einer weniger wichtigen Domain zu beginnen und den Ablauf einmal zu testen. Danach folgen die Domains, unter denen Website und E-Mail laufen. So fällt ein Fehler in der DNS-Vorbereitung auf, bevor er Ihr Tagesgeschäft trifft.

Quellen

  1. DENIC: Providerwechsel bei .de-Domains – AuthInfo mit 30 Tagen Gültigkeit
  2. DENIC-Dokumentation: Aufträge zum Providerwechsel – AuthInfo1 und AuthInfo2
  3. DENIC-Dokumentation: Auftrag domainCREATE-AUTHINFO2 – Versand per Einschreiben, 30 Tage Gültigkeit
  4. DENIC: Redemption Grace Period für .de – 30 Tage nach Löschung
  5. ICANN: Transfer Policy – Regeln für generische Endungen
  6. ICANN Board: Approved Resolutions, 7. Juni 2026 – Beschluss zur Überarbeitung der Transfer Policy
Sebastian NeufeldSEO & IT bei NEUZEITWERBER

Sebastian Neufeld verantwortet bei NEUZEITWERBER SEO und die technische Umsetzung – von Ladezeit und Indexierung bis zur Sichtbarkeit in KI-Suchen.

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